7. Altenparlament tagte im Plenarsaal
Alter als Chance
Erfülltes und würdevolles Leben im Alter
Für ein erfülltes und würdevolles Leben im Alter setzten sich auch die 71 Delegierten aus Vereinen, Verbänden und Seniorenorganisationen ein, die im Plenarsaal tagten. Sie forderten Landtag und Landesregierung auf, den Senioren möglichst lange ein selbstbestimmtes Wohnen in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Die Häuser und Wohnungen müssten den Bedürfnissen der Älteren angepasst werden. Politiker, Architekten, Wohnungsunternehmen und Betroffene sollen dabei eng zusammenarbeiten. Moderne Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser oder Wohngemeinschaften von Senioren sollten besonders gefördert werden. Zudem müsse die ärztliche Versorgung gerade auf dem Land gewährleistet werden, heißt es in einem Beschluss des Altenparlaments.
Kritik am Pflegerahmenplan des Landes
Die Delegierten kritisierten, dass der Pflegerahmenplan des Landes keine Prognosen über den künftigen Bedarf an Pflegekräften enthält und keine Überlegungen dazu, wie qualifiziertes Fachpersonal gewonnen werden kann. Das Altenparlament forderte von den Landespolitikern, sowohl den drohenden Pflegenotstand als auch eine ärztliche Unterversorgung zu vermeiden. Für aktive Senioren sollten die Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement verbessert werden – unter anderem, indem Ältere durch verschiedene Maßnahmen qualifiziert werden für ehrenamtliche Tätigkeit.
Minister und Abgeordnete stehen Rede und Antwort
Über all diese Fragen berieten die Teilnehmer, die alle älter als 55 Jahre sind, in Arbeitskreisen und in Diskussionsrunden, in denen ihnen Minister und Abgeordnete von SPD, CDU, Linke und FDP Rede und Antwort standen.
Sozialministerin Manuela Schwesig betonte beispielsweise, dass Dienstleistungen und Produkte künftig weitaus stärker als bisher den Bedürfnissen der älteren Generation entsprechen müssen. Sie wolle sich zudem für eine Angleichung des Rentenwertes Ost an West einsetzen.
Erika Drecoll, Präsidentin des Altenparlaments, verwies auf Erfahrungen aus den sechs vorangegangenen Tagungen des Gremiums. „Wir werden mit unseren Anliegen ernst genommen. Das war nicht immer so“, resümierte sie die Zusammenarbeit mit Landtag und Ministerien.
Beschlüsse fließen in politische Debatte ein
Die Forderungen des Altenparlaments sind zwar nicht bindend. Aber auch Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider betonte, dass die Beschlüsse immer wieder politische Entscheidungen beeinflussen. Als Beispiel nannte sie das Seniorenmitwirkungsgesetz, das „ohne das langjährige Engagement vieler Altenparlamente kaum denkbar“ gewesen wäre.
Der Landtag Mecklenburg-Vorpommern lädt alle zwei Jahre Delegierte der Seniorenbeiräte, Sozial- und Wohlfahrtsverbände, der Seniorenorganisationen der Parteien sowie der Gewerkschaften, der Wirtschaft, der Kirchen und Glaubensgemeinschaften sowie der Bundeswehr zum Altenparlament in das Schweriner Schloss ein. Die Beschlüsse des Gremiums werden den im Landtag vertretenden Parteien und der Landesregierung zur Stellungnahme vorgelegt. 1999 trat auf Initiative des damaligen Landtagspräsidenten Hinrich Kuessner das Altenparlament erstmals zusammen. Ziel ist bis heute, mit den Senioren zu reden und ihre Probleme und Wünsche kennenzulernen. Anfangs habe es unterschiedliche Auffassungen darüber gegeben, wie mit den Beschlüssen des Altenparlaments umzugehen sei, sagte Sylvia Bretschneider. „Inzwischen ist die anfängliche Skepsis einer kooperativen Zusammenarbeit gewichen."




