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16.11.2019, 11:05 Uhr

«Weniger ist mehr»: Tagung der Leiter vom Landesturnverband

Binz (dpa/mv) - Ein Hotelier in Binz auf Rügen verspricht seinen Gästen einen klimaneutralen Ostsee-Urlaub. Der Inhaber von drei Hotels hat nach eigenen Angaben nicht nur seine Häuser und deren Betriebsprozesse klimaneutral gestellt - was andere Hotels auch schon tun - sondern kompensiert auch den CO2-Fußabdruck seiner Gäste inclusive deren Anreise. Das sei neu in der Hotelbranche, erklärte Gunter Preussker. Die Emissionen kompensiere er über den Erwerb von Anteilen an ausgewiesenen Klimaschutzprojekten. Für die drei Hotels mit zusammen 400 Betten habe er für 30 000 Euro Klima-Zertifikate gekauft. Diese müssten jährlich erneuert werden.

Die Gäste müssten dafür nicht mehr bezahlen, die Mittel gingen vom Gewinn ab, sagte Preussker. Er wolle sich jedoch nicht freikaufen, sondern optimiere Prozesse in den Häusern, von der Beleuchtung über effektivere Energieanlagen bis zur Aufforderung an die Gäste, auf unnötige Reinigungsleistungen zu verzichten. Gäste, die mit der Bahn anreisten, würden belohnt. Für Autoreisende rechneten die Hotels bis zur Einführung einer CO2-Abgabe den Fahrzeugtyp und die zurückgelegte Entfernung in den CO2-Fußabdruck ein, der ausgeglichen werden müsse.

Ein Ziel Preusskers ist ein Gütesiegel für die Hotelbranche, von dem sich Gäste bei der Entscheidung für ein Hotel leiten lassen könnten. Er sei darüber mit Buchungsplattformen im Gespräch. Der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Dettmann, sagte, ein solches Siegel könnte ein tolles Alleinstellungsmerkmal für Hotels sein.

Preussker hat seine Häuser von dem Kompensationsexperten Climate Extender prüfen lassen. Wie Firmengründer Frank Huschka sagte, ermittelt er für jedes Unternehmen die Klimabilanz anhand des Verbrauchs unter anderem von Energie, Wasser und Papier. Aufgrund des errechneten CO2-Ausstoßes würden Zertifikate gekauft. Es stünden 1400 Klimaprojekte in 80 Ländern zur Auswahl, etwa Aufforstungen.