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03.12.2019, 17:06 Uhr

Caffier: «Null-Toleranz» bei gewaltbereiten Fußballanhängern

Schwerin (dpa/mv) - Die wiederholten Angriffe auf Fußball-Schiedsrichter und zunehmende Gewalt gegen Spieler und Zuschauer beschäftigen auch die Politik. Für die am Mittwoch in Lübeck beginnende Konferenz der Innenminister kündigte Mecklenburg-Vorpommerns Ressortchef Lorenz Caffier (CDU) neue Vorschläge zur Gewaltprävention in Amateur-Ligen an.

«Immer wieder haben in der jüngsten Vergangenheit Straftäter und Chaoten versucht, den Amateurfußball für ihre Gewaltexzesse zu missbrauchen. Aggressives Verhalten und verbale Gewalt gegenüber Schiedsrichtern nehmen zu und können nicht einfach ignoriert werden», sagte Caffier am Dienstag in Schwerin.

Zuvor hatte er der in Rostock erscheinenden «Ostsee-Zeitung» (Dienstag) gesagt, dass er von der Innenminister-Konferenz ein länderübergreifendes Signal zur Eindämmung der Gewalt auf Fußballplätzen erwarte. So könnten mehr Polizisten Hochrisiko-Spiele in den unteren Klassen begleiten. Das bringe aber auch Mehrbelastungen für alle Beteiligten, machte Caffier deutlich.

«Fußball ist ein Fest und es soll gefeiert werden. Wer das nicht begreift, muss die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen», betonte Caffier. Zugleich appellierte er an Verbände, Vereine und Spieler, ihre Vorbildfunktion und Verantwortung bei der Verhinderung von Gewalt wahrzunehmen. «Null-Toleranz gegenüber gewaltbereiten Fußballanhängern - einen anderen Grundsatz kann es nicht mehr geben», mahnten Caffier.

Vorfälle am Wochenende hatten die Diskussion um Gewalt auf Fußballplätzen neue belebt. So war in Pampow bei Schwerin nach einem Oberligaspiel der Schiedsrichter mit einem Faustschlag an den Hinterkopf attackiert worden. In Lassan bei Wolgast wurde laut «Ostsee-Zeitung» ein zur Absicherung des Spiels eingesetzter Polizist verletzt.

Caffier rief in Erinnerung, dass der Amateursport maßgeblich vom Ehrenamt lebe und ohne engagierte Spielleiter nicht möglich sei. «Wenn Schiedsrichter für ihr ehrenamtliches Tun verspottet werden und sich dazu Verbalattacken oder körperliche Gewalt gesellen, wird verständlich, warum dieses Ehrenamt keine große Nachfrage mehr erfährt. Das zeigt nur einmal mehr, wie notwendig es ist, dass wir uns jetzt intensiv mit diesem Thema beschäftigen.»