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22.05.2020, 14:43 Uhr

Nach einer Woche Testlauf erwarten Hotels nun Pfingstansturm

Ahlbeck (dpa/mv) - Eine Woche haben die Touristenhotels jetzt Zeit für Testlauf gehabt - vor der Wiedereröffnung für Urlauber aus ganz Deutschland in der Pfingstwoche. Zunächst durften nach der zweimonatigen coronabedingten Schließung nur Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern übernachten. Da deren Anteil sehr gering ist, hatten viele Häuser noch gar nicht geöffnet. Von Montag an wird es nun ernst. Viele Hotels sind gut gebucht. Wobei zum Leidwesen der Branche bis Mitte Juni nur 60 Prozent der Betten belegt werden dürfen. Sollte die Beschränkung länger dauern, wäre das eine «Katastrophe», sagte der Geschäftsführer der Seetel Hotel GmbH, Rolf Seelige-Steinhoff, am Freitag. Vielen Gästen habe über Pfingsten abgesagt werden müssen.

Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in MV, Lars Schwarz, teilt die Befürchtung um eine Verlängerung der 60-Prozent-Obergrenze nicht. Es gebe die klare Zusage von der Landesregierung, dass 14 Tage, nachdem die Gäste aus ganz Deutschland kommen dürfen, eine Entscheidung getroffen werde. Bei gleichbleibend niedrigen Corona-Zahlen könne die Belegung dann erhöht werden oder die Quote könnte bestenfalls ganz wegfallen. Der Verband gehe davon aus, dass es zum Start der Hauptsaison keine Beschränkung mehr gebe - immer unter der Voraussetzung, dass sich die Zahl der Corona-Erkrankungen nicht erhöht.

«Wir müssen uns ein bisschen Speck anfressen, um über den Winter zu kommen», blickte der Hotelier Seelige-Steinhoff voraus. Er habe 2019/20 rund 30 Millionen Euro in mehrere der 16 Häuser der Seetel-Gruppe investiert beziehungsweise sei noch dabei. «Später geplante Investitionen müssen verschoben werden, um mindestens ein Jahr.» Der Anlauf nach der Öffnung der Hotels für Einheimische sei sehr verhalten gewesen. Es seien wenige Gäste gekommen, und die hätten ein um 30 Prozent geringeres Kaufverhalten als üblich gezeigt, sagte Seelige-Steinhoff. Die Reaktionen der Gäste auf die Anti-Corona-Maßnahmen seien überwiegend überraschend angenehm gewesen. Nur einzelne hätten etwa das Tragen einer Maske abgelehnt.

Dass die Wellnessbereiche mit Schwimmbecken, Sauna und Massagen vorerst geschlossen bleiben, werde akzeptiert. Die Seetel-Gruppe habe Hygiene-Siegel entwickelt, die dem Gast Sicherheit vermitteln sollen. Die Fernbedienungen seien in Klarsichtfolie verpackt, Bademäntel und Badelatschen eingeschweißt, überflüssige Deko Zimmern entfernt.

«Die nächsten Wochen verlangen uns viel ab - perfekte Dienstleistungen, auch wenn wir nicht ansatzweise den üblichen Umsatz erreichen», sagte der Hotelier.