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20.09.2020, 16:14 Uhr

Nagelkreuz aus Coventry in Demminer St. Bartholomaei-Kirche

Demmin (dpa/mv) - Mit der Übergabe eines Nagelkreuzes ist die Evangelische Kirchengemeinde in Demmin Mitglied in der Internationalen Nagelkreuzbewegung geworden. Der oberste Repräsentant der Nagelkreuzgemeinschaft, der Dean der Kathedrale von Coventry in Großbritannien, John Witcombe, überreichte das Symbol für Friedens- und Versöhnungsarbeit am Sonntag beim Gottesdienst in der St. Bartholomaei-Kirche.

Das Nagelkreuz als Symbol geht auf den Dompropst im englischen Coventry von 1940 zurück. Dieser hatte nach der Zerstörung bei deutschen Luftangriffen dazu aufgerufen, keine Rache zu üben, sondern sich für Versöhnung einzusetzen.

Wie Pastor Karsten Wolkenhauer berichtete, sei es ein bewegender Moment gewesen, als nach dem Gottesdienst mehrere Gemeindemitglieder zu dem 30 Zentimeter hohen Kreuz gegangen sind, um es zu berühren. «Man kann viel über Versöhnung reden und lange darüber schreiben, aber letztlich brauchen die Menschen eine konkrete Idee. Und jetzt gibt es dieses Symbol und man kann es anfassen», sagte Wolkenhauer.

Mit der Aufnahme in diese Gemeinschaft wird laut Wolkenhauer die jahrelange Versöhnungsarbeit der Demminer gewürdigt. Im Stadtgebiet war es am Kriegsende 1945 zu einem der größten Massensuizide in Deutschland gekommen. Etwa 1000 Frauen, Kinder und Männer gingen bei gewalttätigen Auseinandersetzungen während der Besetzung durch die Rote Armee freiwillig in den Tod.