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05.08.2022, 16:23 Uhr

Schwesig betont Rolle von MV für Energieversorgung

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sieht die enorm gestiegenen Energiepreise mit großer Sorge. Jetzt werde für alle sichtbar, warum man in der Vergangenheit auf russisches Gas gesetzt habe, sagte Schwesig am Freitag bei einem Besuch im Seehafen Rostock. «Weil es einfach unkompliziert und preiswert ankam. Das ist eben wesentlich billiger als alle anderen Formen. Das ist nicht mehr möglich.» Für ihre Regierung sei sichere und bezahlbare Versorgung mit Energie das «absolut prioritäre Thema».

MV setze auf erneuerbare Energien. Besonders wichtig für die Energiewende seien Windparks auf See, weil dort große Einheiten entstünden. «Vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns kann dank der in den letzten Jahren in Betrieb gegangenen Windparks heute dreimal so viel Strom produziert werden wie noch 2016», so Schwesig. Vier weitere Windparks seien in Vorbereitung.

Schwesig verwies auch auf Projekte für Flüssigerdgas in Lubmin und die Rolle des Rostocker Seehafens. Der Hafen habe schon sehr früh auf erneuerbare Energien gesetzt. Aufgrund des Ölembargos der Bundesregierung gegen Russland sei der Hafen aber bereit, künftig Öl für die Raffinerie Schwedt einzuspeisen.

Im Seehafen von Rostock geht derweil die Zeit der russischen Kohlefrachter vorerst zu Ende. Derzeit wird das letzte Kohleschiff aus Russland entladen, bevor die Übergangsfrist für die EU-Sanktionen auf den Import russischer Kohle am 10. August endet, wie Jens Aurel Scharner, Geschäftsführer der Rostock Port GmbH, bei einer Hafenrundfahrt mit Schwesig erläuterte.

Der Frachter «AP Jadran» lag am Freitag an der Kaimauer und hatte seit 26. Juli vor Rostock in der Ostsee auf Reede gelegen. Nach der Genehmigung der Behörden wird die Ladung des aus Ust-Luga kommenden 65.000-Tonnen-Frachters derzeit gelöscht. Die Kohle ist für das in unmittelbarer Nähe liegende Rostocker Steinkohlekraftwerk bestimmt.

Erfreut zeigte sich Schwesig, dass der Bund am Montag den ehemaligen Standort der MV-Werften in Rostock-Warnemünde für die Marine übernahm. «500 Arbeitsplatze werde dadurch auf Dauer gesichert», so die Regierungschefin. Rostock-Warnemünde ist mit dem Standort «Hohe Düne» einer der großen Marine- Stützpunkte in Deutschland. Auf dem Werftgelände will das Marinearsenal nach einem Umbauphase die Schiffe der Marine warten und instand setzen.

Rostock war die vorletzte Station von Schwesigs einwöchiger Sommertour. Zum Abschluss besucht sie am Samstag den Tag der Feuerwehr in Ribnitz-Damgarten und am Abend in Ludwigslust das Kleine Fest im großen Park, die publikumsträchtigste Veranstaltung im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.