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Landessieger kommen aus Greifswald, Grevesmühlen, Neubrandenburg, Rostock, Schwerin und Wismar

Jugend debattiert im Landtag

In 24 Minuten über kostenlosen Nahverkehr oder den Abschuss von Wildschweinen diskutieren? In so kurzer Zeit Argumente dafür und dagegen austauschen? Da käme sicher so mancher Landtagsabgeordnete ins Schwitzen. Bei „Jugend debattiert“ sind das die Regeln. Mehr als 24 Minuten gibt es hier nicht, um seinen Standpunkt zu verteidigen. Sich kurz zu fassen und trotzdem präzise zu argumentieren, Meinungen zu hinterfragen und dabei fair zu bleiben, ist eine (Rede)Kunst, die der alljährliche Wettbewerb bundesweit in Schulen trägt.

Soll der Öffentliche Personennahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern kostenlos sein?
Die Idee klingt verlockend und bekommt von Wanda und Till ein klares Ja: Das macht den Nahverkehr attraktiver, fördert Mobilität, Teilhabe und soziale Gerechtigkeit. Da machen es sich die beiden etwas einfach – und den zweiten Schritt vor dem ersten, finden Tobias und Jiyan auf der Kontra-Seite. Wenn der Bus nur alle zwei Stunden fährt, werde auch eine kostenlose Fahrt nicht mehr Leute an die Haltestelle locken, halten sie der Pro-Seite entgegen. Sie monieren, dass der Freifahrschein nicht auch für Touristen gelten soll, befürchten mehr Aufwand für Busfahrer, all das beim Einstieg zu kontrollieren, und fragen: Wer soll das eigentlich bezahlen?
 
Über den Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern ist im Landtag in den vergangenen Jahren schon oft diskutiert worden. An diesem Nachmittag sind es jedoch keine Abgeordneten, die sich der Frage annehmen, sondern Schüler: Wanda Drabon (Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wismar), Till Portugal (Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Greifswald), Jiyan Yalcinkaya und Tobias Retzlaff (beide Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg). Die vier Gymnasiasten haben es aus tausenden Mitstreitern bis ins Landesfinale ihrer Altersgruppe (Klassen 11 bis 13) geschafft. 
Rede. Gegenrede. Pro und Contra – 24 Minuten fliegen die Argumente im Plenarsaal hin und her. Anders als in einer Landtagsdebatte, in der die Abgeordneten nacheinander ans Rednerpult treten, treffen die Meinungen der Schüler direkt aufeinander. Ihre Streitfrage kennen sie schon seit ein paar Tagen. Auf welcher Meinungsseite sie im Finale stehen, hat das Los erst vorhin entschieden.
Wanda und Till verteidigen die Vorteile, verweisen auf die Umwelt. Auf weniger Autos, weniger Straßenschäden. Und neue Lösungen wie den „Ilse-Bus“ im Amt Peenetal/Loitz: Der fährt ohne festen Fahrplan und nur, wenn er gerufen wird. Ein Rufbus? Viel zu unflexibel, hält Tobias dagegen. Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit, Überzeugungskraft – Notiz um Notiz füllt die Zettel der Jury. Dann zieht sie sich zur Beratung zurück.

Was 1999 als „Streitgespräch – Jugend debattiert“ in Hamburg begann und im Schuljahr darauf als rhetorisches Schulprojekt in Frankfurt/Main startete, blieb dem damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau nicht verborgen. 2001 trug er dazu bei, die Idee zu einem bundesweiten Wettbewerb auszuweiten. Im aktuellen Schuljahr beteiligten sich daran 203.722 Jugendliche. In Mecklenburg-Vorpommern 83 Schulen mit 7.030 Schülern.

Während Wanda, Till, Jiyan und Tobias angespannt auf die Rückkehr der Jury warten, können Silvio Rackwitz (Gymnasium Fridericianum Schwerin), Isabelle Luckow (Gymnasium am Tannenberg Grevesmühlen), Moritz Junge (Musikgymnasium „Käthe Kollwitz“ Rostock) und Lena-Josephin Nowak (Innerstädtisches Gymnasium Rostock) entspannt durchatmen. Sie haben die Finaldebatte für die Klassen 8 bis 10 schon hinter sich und darüber diskutiert, ob der Wildschweinbestand in Deutschland drastisch reduziert werden soll. Ein Duell der Argumente, das Silvio und Isabelle für sich entschieden haben.

„Gute Debatten lenken Aufmerksamkeit auf Themen, beantworten Fragen und zeigen Alternativen auf. Zu guten Debatten gehört eine klare und verständliche Sprache. Besonders wichtig sind gute Argumente. Diese dürfen auch scharf formuliert werden, wenn die Fairness gewahrt bleibt. All das haben wir beim heutigen Landesfinale erlebt“, zollte Landtagsvizepräsidentin Dr. Mignon Schwenke den Jugendlichen Respekt. Davon könne sich mancher Abgeordneter eine Scheibe abschneiden. Ob sie selbst gerne streite? Bildungsministerin Birgit Hesse schüttelt den Kopf. „Ich debattiere aber gern!“ Eigene Standpunkte zu begründen, andere Argumente zuzulassen, sich darüber auszutauschen – das sei interessant. „Und wichtig in einer Demokratie.“

Eigene Standpunkte zu begründen, andere Argumente zuzulassen, sich darüber auszutauschen – wem das beim Nahverkehr am besten gelungen ist? Die Jury hat sich festgelegt: Wanda und Tobias. Sie fahren nun im Juni zusammen mit Silvio und Isabelle zum Bundesfinale nach Berlin.

 

Die Finalisten im Landeswettbewerb "Jugend debattiert" 2018

 Altersgruppe 1 (Klassen 8 bis 10):

 1. Platz: Silvio Rackwitz, Gymnasium Fridericianum Schwerin

 2. Platz: Isabelle Luckow, Gymnasium am Tannenberg Grevesmühlen

 3. Platz: Moritz Junge, Musikgymnasium „Käthe Kollwitz“ Rostock

 4. Platz: Lena-Josephin Nowak, Innerstädtisches Gymnasium Rostock

 
Altersgruppe 2 (Jahrgangsstufen 11 bis 13):

 1. Platz: Wanda Drabon, Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wismar

 2. Platz: Tobias Retzlaff, Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg

 3. Platz: Till Portugal, Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Greifswald

 4. Platz: Jiyan Yalcinkaya, Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg

 

 

 

Landesfinale von "Jugend debattiert" am 10. April

Stippvisite im neuen Plenarsaal

Hinter den 20 Schülerinnen und Schülern liegt ein anstrengender Tag: Bei einem Rhetorikworkshop haben sie für das Landesfinale "Jugend debattiert" trainiert. Für einen Abend-Spaziergang durchs Schweriner Schloss reicht die Kraft aber allemal - schließlich findet hier am 10. April das Landesfinale des Redewettstreits statt.

Wer am 10. April auch das Rennen macht - Redeprofis sind sie alle. Schließlich haben sie im Unterricht das Debattieren gelernt und geübt und sich bei den Schul- und Regionalausscheiden für das Landesfinale qualifiziert. Für die meisten ist es das erste Mal, sich auf Landesebene mit Altersgefährten in der Redekunst zu messen. Der Austragungsort der beiden Finaldebatten ist für alle eine Premiere, denn zum ersten Mal ist der neue Plenarsaal der Ort des Geschehens.

"Jugend debattiert" ist eine Initiative des Bundespräsidenten und steht unter seiner Schirmherrschaft. Partner sind die Hertie-Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung Mercator und die Heinz Nixdorf Stiftung sowie die Kultusministerkonferenz, die Kultusministerien und die Parlamente der Länder. In Mecklenburg-Vorpommern haben sich über 7000 Schülerinnen und Schüler an 75 Schulen im Rahmen einer Unterrichtsreihe an "Jugend debattiert" beteiligt.

Jugend debattiert

Landessieger stehen fest

Debattieren will gelernt sein. Wie genau das gehen kann, zeigten die Gewinner des 15. Landesfinales Jugend debattiert in Mecklenburg-Vorpommern, die sich am 4. April 2017 im Plenarsaal des Landtages Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel der Frage widmeten “Soll der Polizei erlaubt werden, DNA-Spuren auch zur Bestimmung der äußeren Erscheinung von Straftätern zu benutzen?“. „Jugend debattiert“ heißt das große Schulprojekt mit Unterrichtsreihe und Wettbewerb, für dessen Bundesebene sich vier junge Rednerinnen und Redner - jeweils die zwei Besten jeder Altersgruppe - qualifiziert haben. Das Bundesfinale findet 15. bis 17. Juni 2017 in Berlin statt.

„Genau zuhören und andere Meinungen respektieren sind wichtige Fähigkeiten in Schule, Arbeitswelt und Gesellschaft. Im Debattentraining kann das jeder lernen. Es verbessert nicht nur kommunikative Fähigkeiten, sondern stärkt auch die Persönlichkeit und das Demokratieverständnis“, zeigt sich Frank J.-Weise, Vorstandsvorsitzender der Hertie-Stiftung, vom Projekt überzeugt, dass der Bundespräsident vor 16 Jahren initiierte.

Dabei helfen klare Regeln: Pro Debatte vier Schüler, eine Streitfrage, 24 Minuten Dauer. Inhalte und Argumente zum Thema müssen sitzen, denn wer Pro oder Contra vertritt, wird erst kurz vor dem Wettbewerb ausgelost.

Rund 7000 Schüler aus 75 Schulen haben sich im laufenden Schuljahr in Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen einer Unterrichtsreihe an Jugend debattiert beteiligt. Wettbewerbe fanden zuvor bereits auf Schul- und Regionalebene statt. Die beiden Debattensieger und die jeweils Zweitplatzierten vertreten Mecklenburg-Vorpommern zunächst bei der Qualifikation zur Bundesebene in Berlin. Dort werden sich am 17. Juni 2017 dann die acht besten Debattanten aus ganz Deutschland im Bundesfinale gegenüberstehen.

Als Preis für ihren heutigen Erfolg erhalten alle vier Sieger ein fünftägiges intensives Rhetorik-Training, das sie gemeinsam mit den Siegern der anderen Länder auf die Bundesebene des Wettbewerbs vorbereitet.

„Zu guten Debatten gehören klare und verständliche Argumente. Diese dürfen scharf formuliert, müssen aber stets fair vorgetragen werden. Gute Debatten lenken Aufmerksamkeit auf Themen, beantworten Fragen und zeigen Alternativen auf. All das haben wir heute beim Landesfinale von ‚Jugend debattiert‘ erlebt. Die Kraft des Wortes und der freien Rede standen im Mittelpunkt. Solche Debatten sind Kern unserer parlamentarischen Demokratie“, so Beate Schlupp, 1. Vizepräsidentin des Landtages Mecklenburg-Vorpommern und damit Gastgeberin des heutigen Landesfinales.

„Die Schülerinnen und Schüler haben bewiesen, auf welch hohem Niveau sie ihre Argumente austauschen können. Die Diskussion zur Polizei hat mich als frühere Leiterin des Polizeireviers Wismar besonders interessiert“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Die Mädchen und Jungen lernen bei diesem Wettbewerb, das Wort zu ergreifen und sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinanderzusetzen. Den Gewinnerinnen und Gewinnern gratuliere ich zu ihren Erfolgen“, so Hesse.

 

Die Landessieger 2017

Debatte Altersgruppe 1 (Klassen 8 bis 10)

1. Platz: Paula Blaffert, Gymnasium am Tannenberg Grevesmühlen

2. Platz: Leo Hameister, Werkstattschule Rostock

3. Platz: Tabea-Valentina Ahlert, Käthe-Kollwitz-Gymnasium Rostock

4. Platz: Jiyan Yalcinkaya, Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg

 

Debatte Altersgruppe 2 (Jahrgangsstufen 11 bis 13):

1. Platz: Laura Hinneburg, Werkstattschule Rostock

2. Platz: Kim Ariane Schmidtchen, Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg

3. Platz: Jannes Klingbiel, Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wismar

4. Platz: Hannah Kurek, Goethe-Gymnasium Schwerin

Jugendliche debattierten mit Spitzenkandidaten zur Landtagswahl

Am gestrigen Dienstag (12. Juli 2016) haben Sieger der Landeswettbewerbe von „Jugend debattiert“ im Plenarsaal des Landtages Mecklenburg-Vorpommern mit Spitzenkandidaten für die Landtagswahl diskutiert. Rund 120 Schülerinnen und Schüler aus M-V verfolgten als Zuschauer die spannenden Debatten.

In jeweils 12-minütigen Rededuellen traten Hannes Michallik von der Werkstattschule Rostock und Ministerpräsident Erwin Sellering zum Thema „Sollen die erneuerbaren Energien in Mecklenburg-Vorpommern weiter ausgebaut werden?“ sowie Kim Ariane Schmidtchen vom Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg und Silke Gajek (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zum Thema „Soll das Wahlalter zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern auf 16 Jahre gesenkt werden?“ gegeneinander an. Im Mittelblock debattierten Gregor Heilborn und Jan-Eric Fähnrich die Themen Legalisierung von Cannabis und Personalaufstockung beim Verfassungsschutz. Die Schüler vom Schweriner Gymnasium Fridericianum nahmen dabei Positionen von CDU bzw. Linken ein, deren Spitzenkandidaten aus Termingründen abgesagt hatten.
Für die Polit-Profis Sellering und Gajek waren die Debatten alles andere als ein Spaziergang, denn die Schüler-Debattanten überzeugten mit Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Selbstbewusstsein. Die rund 120 Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Schulen Mecklenburg-Vorpommerns, die als Zuschauer die Debatten verfolgten, honorierten die Leistungen mit reichlich Applaus. Bei der Publikumsabstimmung zu den Debattenfragen zeigte sich, dass auch hier die Meinungen geteilt waren. Die Chance, beide Spitzenkandidaten dann noch mit eigenen Fragen zu löchern, ließen sich die Jugendlichen nicht entgehen.    
"Unsere weite Bahn-Anreise hat sich gelohnt", sagte Anja Barten von der Jona-Schule Stralsund und weiß sich eins mit ihren Schülern. Auch Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider war zufrieden. „Veranstaltungen wie ‚Jugend debattiert‘ und Juniorwahl machen mir Hoffnung", hatte sie in ihrem Grußwort gesagt. "Sie zeigen, dass es in Mecklenburg-Vorpommern viele kluge und engagierte junge Menschen gibt, die sich informieren, eine eigene Meinung bilden und den Wert, in einer Demokratie zu leben, nicht nur zu schätzen wissen, sondern auch verteidigen.“

Die Debatte mit Spitzenkandidaten zur Landtagswahl war der Startschuss für das Unterrichtsprojekt „Juniorwahl“. Im Vorfeld der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich landesweit etwa 15.000 Jugendliche in 85 Schulen.

Informationen zur Juniorwahl in M-V gibt es hier

05.04.2016

"Jugend debattiert": Landessieger stehen fest

Laura Hinneburg von der Rostocker Werkstattschule für die Klassen 8, 9 und 10 sowie Erik Jahn vom Schweriner Gymnasium Fridericianum für die Klassen 11, 12 und 13 heißen die Sieger des im Schweriner Schloss ausgetragenen Landesfinales Mecklenburg-Vorpommern des Wettbewerbs "Jugend debattiert".


Nach spannenden Wortgefechten am Vormittag und zwei Finaldebatten am Nachmittag stand fest, dass sie gemeinsam mit den Zweitplatzierten Julia Reichelt (Klassen 8 - 10, Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wismar) und Hannes Michallik (Klassen 11 - 13, Werkstattschule Rostock)unser Bundesland beim Bundesfinale Mitte Juni in Berlin vertreten werden.

Debattiert wurde in den beiden Altersgruppen I (Klassen 8 -10) und II (Klassen 11 - 13). Alle 16 Landesfinalisten hatten sich bei den vorangegangenen Schul- und Regionalausscheiden durchgesetzt und für das Landes.

Ebenfalls bis in die Finalrunden am Nachmittag hatten es geschafft:

Altersgruppe I:
Richard Schwenn, Fritz-Greve-Gymnasium Malchin (3. Platz)
Marica Komarow, Gymnasium am Tannenberg, Grevesmühlen (4. Platz)

Altersgruppe II:
Jakob Ludwig Albrecht, Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg (3. Platz)
Daniela Wenzel, Gymnasium am Tannenberg, Grevesmühlen (4. Platz)

Themen der Finaldebatten:

Finaldebatte Klassen 8 – 10
Soll ein Jugend-Check für Gesetzesvorhaben eingeführt werden?

Finaldebatte Jahrgangsstufen 11 – 13
Soll in M-V Hitlers „Mein Kampf“ als Pflichtlektüre an weiterführenden Schulen eingeführt werden?

28.04.2015

Sieger des Landesfinales von "Jugend debattiert 2015“ gekürt

„Soll in Deutschland Vorratsdatenspeicherung wieder eingeführt werden?“ Wer es bis ins Landesfinale von „Jugend debattiert“ schafft, dem gehen auch bei solch einem Thema nicht die Argumente aus. Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider zollte den Jugendlichen Respekt ob der Sachlichkeit und Ruhe ihrer Reden. „Das würde ich mir manchmal auch im Landtag wünschen“, sagte sie. Bildungsminister Mathias Brodkorb ergänzte: „Durch Jugend debattiert erleben die Schüler Demokratie in ihrer direktesten Form – der Debatte.“

„Vorratsdatenspeicherung bringt keinen großen Nutzen.“ Es verhindere keine Verbrechen, sondern helfe bestenfalls bei der Aufklärung. „Dafür wird aber jeder unter Generalverdacht gestellt.“ Gregor Heilborn hat eine klare Meinung zu seinem Abschlussthema bei Jugend debattiert. Er steht im Plenarsaal am Rednerpult. Neben ihm auf der Kontra-Seite debattiert Erik Jahn. Auch er ist gegen die Speicherung, sieht darin die Gefahr für einen Missbrauch der Daten und eines Überwachungsstaates. Die Argumente der beiden Gymnasiasten vom Schweriner Fridericianum prallen auf die Fürworte von Jakob Ludwig Albrecht und Steven Giermann. Die Elfklässler vom Albert-Einstein-Gymnasium in Neubrandenburg verweisen auf höchste Sicherheitsstandards bei Providern. Von einem Generalverdacht gegen alle Nutzer von Telefonnetzen könne keine Rede sein. „Nur wer unter Verdacht steht, wird analysiert“, sagt Steven.
Die Argumente der beiden Gymnasiasten vom Schweriner Fridericianum prallen auf die Fürworte von Jakob Ludwig Albrecht und Steven Giermann. Die Elfklässler vom Albert-Einstein-Gymnasium in Neubrandenburg verweisen auf höchste Sicherheitsstandards bei Providern. Von einem Generalverdacht gegen alle Nutzer von Telefonnetzen könne keine Rede sein. „Nur wer unter Verdacht steht, wird analysiert“, sagt Steven.
24 Minuten lang fliegen die verbalen Fetzen hin und her. So lange dauert die Debatte im Finale von Jugend debattiert. Dann zieht sich die Jury zurück. Für sie kommt es nicht darauf an, ob die Jugendlichen für oder gegen etwas sind, sondern wie sachlich, fundiert und über-zeugend sie argumentieren. Die Bewertung orientiert sich an den vier Kriterien Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.
Torben Dehner (Richard-Wossidlo-Gymnasium Rostock), Mette Bluhm (Werkstattschule Rostock), Friederike Wende (Eldenburg-Gymnasium Parchim) und Kim Ariane Schmidtchen (Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg) wissen, wie sich das Warten anfühlt. Sie haben ihre finale Landesdebatte für die Altersgruppe 1 schon hinter sich, sich die Köpfe darüber heiß geredet, ob Schüler an weiterführenden Schulen verpflichtet werden sollen, im Rahmen eines Schulausflugs einen Gedenkort der deutschen Teilung zu besuchen. Am Ende gewann Kim Ariane vor Mette.
Die Jury macht es sich auch bei den vier Jungs aus der Sekundarstufe II nicht leicht. Als sie zurückkommt, wird es im Plenarsaal noch einmal mucksmäuschenstill. Dort, wo sonst die 71 Abgeordneten der fünf Landtagsfraktionen sitzen, warten rund 100 Mädchen und Jungen auf die Verkündung der letzten beiden Namen für das Bundesfinale in Berlin. Es sind Gregor und Steven.

Wettbewerbsregeln

Bei „Jugend debattiert“ gibt es klare Regeln: In einer 24-minütigen Debatte, bei der jeweils zwei Pro- und zwei Kontra-Redner gegeneinander antreten, sind sowohl ungestörte Redezeiten als auch freie Rede vorgesehen. Den anderen ausreden lassen, zuhören und schlagkräftige Argumente finden, um die eigene Position zu untermauern – das gehört zum guten Ton. Ein fachkundige Jury bewertet die Debattanten nach vier Kriterien: Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Als Preise winken für die Sieger mehrtägige Rhetorik-Seminare mit professionellen Trainern und die Teilnahme an der Bundesqualifikation in Berlin.

Fürs Bundesfinale qualifiziert

Die Tickets dafür haben sich diesmal Kim-Ariane Schmidtchen (Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg), Mette Bluhm (Werkstattschule Rostock), Gregor Heilborn (Fridericianum Schwerin) und Steven Giermann (Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg) gesichert. Sie freuen sich schon, ihr Können nun mit den besten Debattanten der ganzen Bundesrepublik zu messen.

Landtag offizieller Kooperationspartner

Der Landeswettbewerb wird von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator und der Heinz Nixdorf Stiftung in Kooperation mit der Kultusministerkonferenz und dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Seit 2013 ist der Landtag nicht mehr „nur“ Raumgeber, sondern offizieller Kooperationspartner des Wettbewerbs. Zum Schuljahr 2012/13 hatten die Hertie-Stiftung, das Bildungsministerium und der Landtag eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, sodass es auch künftig heißen wird: Jugend debattiert!

www.jugend-debattiert.de

Landesfinale "Jugend debattiert 2018"

Video Finaldebatte Altersgruppe 1:

Soll der Wildschwein-Bestand in Deutschland drastisch reduziert werden?


Video Finaldebatte Altersgruppe 2:

Soll der ÖPNV in M-V kostenlos sein?

Jugend debattiert

"Jugend debattiert" ist eine Initiative des Bundespräsidenten und steht unter seiner Schirmherrschaft. Partner sind die Hertie-Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung Mercator und die Heinz Nixdorf Stiftung sowie die Kultusministerkonferenz, die Kultusministerien und die Parlamente der Länder.
"Jugend debattiert" soll Schülerinnen und Schüler aller Schularten ab Klasse 5 ermutigen, durch Debattentraining ihre sprachliche, politische und persönliche Bildung zu verbessern. Rund 7000 Schüler aus 75 Schulen haben sich im laufenden Schuljahr in Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen einer Unterrichtsreihe an Jugend debattiert beteiligt. Wettbewerbe fanden zuvor bereits auf Schul- und Regionalebene statt.