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Internationale Fachtagung des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS

SCHLOSS – STADT – GARTEN: DIE RESIDENZ ALS HISTORISCHE KULTURLANDSCHAFT

Unter dem Titel „Schloss – Stadt – Garten: Die Residenz als historische Kulturlandschaft“ setzten sich vom 5. bis 7. November 2017 internationale Experten im Schweriner Schloss mit der Bestimmung von Residenzlandschaften auseinander. In 16 Fachbeiträgen berichteten Wissenschaftler, Denkmalpfleger und Vertreter internationaler Welterbestätten im Kontext europäischer Kulturlandschaften über Residenzanlagen des 19. Jahrhunderts, Kategorien der Vergleichbarkeit und von Konflikten beim Erhalt der Gebäude und Grünanlagen im städtischen Raum. Fazit der Tagung: Es gibt für Schwerin noch viel zu tun auf dem Weg zum Welterbe.

Ausgangspunkt der interdisziplinären ICOMOS-Fachtagung 2017, die im neuen Plenarsaal mit über 150 Teilnehmenden stattfand, bildete das Schweriner Residenzensemble. Seit der Aufnahme in die deutsche Tentativliste für zukünftige Bewerbungen im Jahr 2014 sind viele Aktivitäten in Gang gesetzt worden: Veranstaltungen, Gesprächsrunden und digitale Informationsangebote, die Gründung des wissenschaftlichen Beirates und des Welterbe Schwerin Fördervereins e. V. sowie die Zustiftung zur Deutschen Stiftung Welterbe im Jahr 2016. Dass die diesjährige ICOMOS-Fachtagung auf Einladung von Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider in Schwerin stattfand, ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Nominierung. Vizepräsidentin Beate Schlupp sagte dazu: „Die Schweriner Bewerbung tritt damit in eine neue, entscheidende Arbeitsphase ein. Große Vorhaben lassen sich nicht im Alleingang bewältigen, und so ist es uns wichtig, als Landtag dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V und der Landeshauptstadt Schwerin ein guter Partner zu sein und die Nominierung des Schweriner Residenzensembles zu befördern.“

Programm der Welterbe-Tagung
Bericht in den Landtagsnachrichten 8-2017

Dem Ziel ein Stück näher

Schweriner Residenzensemble deutscher Kandidat für UNESCO-Welterbe

Dem Schweriner Residenzensemble ist auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe ein weiterer wichtiger Zwischenschritt gelungen: Die Kultusminister der Länder haben das Ensemble am 12. Juni 2014 auf die deutsche Vorschlagsliste (tentative list) gesetzt. Die Minister hatten über 31 Anträge zu entscheiden und am Ende neun Anträge berücksichtigt, darunter das Schweriner Residenzensemble als Vertreter des romantischen Historismus. „Wir freuen uns sehr, dass wir das Residenzensemble Schwerin auf der deutschen Tentativliste platzieren konnten. Das ist ein toller Erfolg für alle, die dran mitgewirkt haben, sei es beruflich oder im Ehrenamt", kommentierte Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider die Entscheidung. Dies würdige das außergewöhnliche Denkmal Schloss, das Parlamentssitz und politisches Zentrum sei, aber zugleich auch ein touristischer Anziehungspunkt des Landes, sagte sie.

UNESCO-Welterbe

Vor 40 Jahren – am 16. November 1972 – verabschiedete die UNESCO die Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt.  Aus der Erwägung, "dass Teile des Kultur- oder Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen", wie es in der Präambel der Welterbekonvention heißt, bildete die UNESCO die "Liste des Welterbes". Diese Liste beinhaltet mittlerweile 1052 Denkmäler aus 165 Ländern (Stand Juli 2016).
Bis heute haben sich dem international bedeutsamen Übereinkommen der Völkergemeinschaft zum Schutz ihres kulturellen und natürlichen Erbes 192 (Stand Juli 2016) Staaten angeschlossen. Sie haben sich dazu verpflichtet, die sich innerhalb ihrer Grenzen befindenden Welterbestätten zu schützen und für kommende Generationen zu bewahren. Diese Mitgliedstaaten haben die Möglichkeit, neue Stätten vorzuschlagen, die daraufhin in einem zwischenstaatlichen Komitee der UNESCO geprüft werden.

Ein Residenzensemble von herausragender kultureller Bedeutung

In Deutschland gibt es 41 (Stand Juli 2016) eingetragene Welterbestätten – darunter der Aachener Dom als erstes deutsches Denkmal auf der Liste oder die Altstädte von Stralsund und Wismar. 2007 hatte nun auch der Landtag Mecklenburg-Vorpommern beschlossen, eine Bewerbung für die Aufnahme des Residenzensembles Schwerin in die UNESCO-Welterbeliste zu unterstützen. Drei Jahre später – am 07. September 2010 – verpflichteten sich der Landtag, die Landesregierung und die Stadt Schwerin, gemeinsam auf eine erfolgreiche Antragstellung hinzuarbeiten. Der schließlich von Dr. Christian Ottersbach erarbeitete Antrag zur Aufnahme in die deutsche Tentativliste wurde im Juni 2012 bei der Kultusministerkonferenz eingereicht.

Welterbe-Potenzial

Bereits im Herbst 2010 bescheinigte der Kunsthistoriker Prof. Christofer Herrmann auf einem Fachkolloquium im Schloss dem Schweriner Residenzensemble das Potenzial zur Aufnahme in die Welterbeliste.
Was genau den Schlosskomplex zum potenziellen Weltkulturerbe macht, hat der Kunsthistoriker Dr. Christian Ottersbach nach den Vorgaben der UNESCO ausgearbeitet. Die Ergebnisse wurden im April 2012 öffentlich vorgestellt.

Welterbe-Kriterien

Eine Welterbestätte muss einen herausragenden universellen Wert (outstanding universal value = OUV) besitzen, welcher von Authentizität und Integrität geprägt ist.

Die historische Echtheit des Schweriner Wahrzeichens zeigt sich in der über 1000 Jahre andauernden Tradition als politisches Zentrum. Bereits im Frühmittelalter stand an der Stelle des heutigen Baus eine slawischer Fürstenburg. In den folgenden Jahrhunderten war das Schloss Sitz der Mecklenburger Herzöge und Großherzöge, bis Ende des 20. Jahrhunderts der Landtag Mecklenburg-Vorpommern einzog.
Entscheidend ist außerdem, dass Bauwerk und Umgebung nahezu unversehrt erhalten geblieben sind. Es gab kaum Verluste durch Zerstörungen im und nach dem Zweiten Weltkrieg und die historischen Sichtbezüge sind auch heute noch erlebbar.

Neben diesen übergeordneten Vorgaben muss außerdem mindestens eines von zehn UNESCO-Kriterien erfüllt sein – für das Schweriner Residenzensemble treffen sogar zwei dieser Anforderungen zu:

Das Ensemble ist ein einmaliges Zeugnis für die höfische Kultur des 19. Jahrhunderts und erfüllt somit das Kriterium, eine kulturelle Tradition zu repräsentieren. So ist das Schweriner Thronsaalappartement beispielsweise einzigartig in Europa, da es das letzte vollständig erhaltene im europäischen Raum ist. Darüber hinaus finden sich in der Stadt zahlreiche Repräsentations- und Funktionsbauten des Fürstensitzes, anhand derer das kulturelle Leben in einer Residenzstadt des vorletzten Jahrhunderts deutlich wird.

Auch das Kriterium, ein Erbe von besonderer menschheitsgeschichtlicher Bedeutung zu sein, erfüllt das Ensemble in Schwerin: Es zeigt die "Funktionen und Nutzungen einer kleinfürstlichen Residenz im Zeitalter von Revolution und Restauration" (Auszug aus dem Antrag an die Kultusministerkonferenz). Die Architektur zeigt das Bestreben der Großherzöge, ihre Herrschaft durch Gottesgnadentum und Tradition zu legitimieren. Die enge Verbindung zwischen gebautem und natürlichem Raum sowie die Einbettung des Residenzensembles in die Seenlandschaft versinnbildlicht außerdem die romantische Landschaftsauffassung: Die Natur wird zu einem idealisierten Raum.

13./14.10.2016

Internationale Experten beraten zum Stand der Schweriner Welterbebewerbung

Zweite Welterbetagung in Schwerin am 13. und 14. Oktober 2016

Ein breites Spektrum an Themen, Einblicke in die praktischen Erfahrungen deutscher und internationaler Welterbestätten und viele Anregungen lieferte die zweite Welterbetagung, die die Landeshauptstadt Schwerin in Kooperation mit dem Welterbe Schwerin Förderverein e. V., dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V und dem Landtag M-V realisierte. Lesen Sie mehr

1. Juni 2016

Präsentation des Schweriner Residenzensembles in der Vertretung des Landes M-V beim Bund

Mit der Aufnahme des Schweriner Residenzensembles in die deutsche Tentativliste geht es im Bewerbungsprozeß nun um die Erstellung des Nominierungsdossiers, aber auch um die Vermittlung des Anliegens.

Bei einer Veranstaltung in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns in Berlin warben die drei institutionellen Partner - Landeshauptstadt Schwerin, Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V und der Landtag M-V - sowie der Welterbe Schwerin Förderverein e.V. für das große Vorhaben. Lesen Sie mehr 

15.04.2016

Die zwei Seiten eines Welterbe-Titels: Wie lassen sich Kulturtourismus und Denkmalschutz verbinden? Schlossgespräch suchte nach Antworten

Wismar und Stralsund sind es schon. Schwerin möchte es werden: UNESCO-Weltkulturerbe. Solch ein Titel klingt gut, bringt Touristen und stärkt die Vermarktung. Auf der anderen Seite schreibt er den Titelträgern aber auch ins Stammbuch, dieses Welterbe zu schützen. Wie kann dieses Zusammenspiel gelingen? Und vor welche Herausforderungen stellt das Schwerin auf dem weiteren Bewerbungsweg? Darüber referierten und diskutierten Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider, Denkmalschützer Prof. Jörg Haspel und Norbert Huschner, Weltkulturerbe-Beauftragter der Hansestadt Wismar, beim 19. Schweriner Schlossgespräch unter der Überschrift „Erlebnis Welterbe – Kulturtourismus in Welterbestätten“.

Der Ort dafür hätte kaum passender gewählt sein können. Im prunkvollen Thronsaal des Schweriner Schlosses zeigt sich das historische Erbe der Stadt von einer seiner schönsten Seiten. Rund 200.000 Gäste bestaunen ihn jährlich bei ihrem Rundgang durchs Schloss. Als Teil des Kultur-Welterbes wären es sicher noch mehr, ist sich Sylvia Bretschneider sicher. „Mit der Bewerbung setzen wir nicht nur uns in Bewegung, sondern auch andere. Denn der Kulturtourismus wächst stetig.“ Und hat eine lange Tradition. Seit dem 17. Jahrhundert gehörte es zunächst in Adelshäusern, später auch im gehobenen Bürgertum zur guten Erziehung, Söhne auf Bildungsreise durch Europa und dabei auch zu bedeutenden Baudenkmälern zu schicken. „Diese ,grand tour' wird häufig als Urgroßmutter der Kulturreise bezeichnet“, sagte die Landtagspräsidentin und Hausherrin.

Wer heute in Mecklenburg-Vorpommern auf Kulturreise geht, der kommt auch am Schweriner Residenzensemble, „einem Zeugnis der letzten Blüte höfischer Kultur“, nicht vorbei. „Um all das zu erhalten, wird viel getan“, betonte Sylvia Bretschneider. In den vergangenen 20 Jahren habe es kaum ein Jahr gegeben, in dem das Schloss nicht an mindestens einer Stelle eingerüstet gewesen sei. Denn: „Mit dem Erbe kommt auch die Verpflichtung, dieses zu erhalten.“ Und zu vermitteln. „Hier liegt noch einiges vor uns.“ So werde gegenwärtig die Ausstellung im Schlossmuseum neu konzipiert, verstärkt digital gedacht und „an einem gemeinsamen Internetauftritt für alle Partner“ gearbeitet, um die Bewerbung Schwerins noch besser in die Öffentlichkeit zu tragen. Über allem stehe jedoch der Gedanke der Nachhaltigkeit – sowohl für den Kulturtourismus, als auch für das Welterbe selbst.

Ein Bewusstsein, das Prof. Dr. Jörg Haspel sicher gern hörte. Als Präsident des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS, dem Internationalen Rat für Denkmalpflege, begleitet er viele Welterbestätten auf ihrem Weg dahin. Natürlich stehe für Denkmalschützer wie ihn die Erhaltung der historischen Stätten an erster Stelle. Das mache sie aber nicht zu Gegnern von Kulturtourismus. Er betrachte sie viel mehr als „Korrektiv“, dem es darum gehe, ein richtiges Maß zwischen Erleben und Erhalten zu finden. „Die Basis für jeden Kulturtourismus ist, dass Kultur erhalten bleibt.“

Dass der Status „Weltkulturerbe“ ein Anziehungspunkt für Touristen ist, das kann auch Norbert Huschner bestätigen. „Seine“ Stadt Wismar trägt den Titel – zusammen mit Stralsund – seit 2002. In dieser Zeit sei die Zahl der Übernachtungen von 60.000 auf 300.000 im Jahr gestiegen, rechnet der hansestädtische Welterbe-Beauftragte vor. Diese Zahlen beziehen sich auf Unterkünfte mit mindestens zehn Betten. Zähle er kleinere Herbergen und Tagesgäste hinzu, kämen jeweils noch mal so viele zusammen. Das sei aber nur die eine Seite der Medaille. Mit dem Titel verbinde sich beispielsweise auch die Verpflichtung, 1.750 Häuser zu erhalten. Und um dem Bildungsauftrag gerecht zu werden, habe Wismar 2014 ein Welterbe-Haus eröffnet.

Um die Chancen, die ein Welterbe mit sich bringt, optimal nutzen zu können, brauche es aus Sicht von Sylvia Bretschneider allerdings auch „gemeinsame Konzepte“. „Gäste aus Übersee können wir nicht allein anlocken.“ Deshalb arbeite Mecklenburg-Vorpommern mit den Ostsee-Anrainerstaaten zusammen, um Angebote zu schnüren, „von denen wir gemeinsam profitieren“.

Apropos Chancen: Wie stehen die denn für Schwerin?, hakte Moderator Axel Seitz bei Prof. Haspel nach. Dieser riet, den Blick auf mögliche Welterbe-Konflikte zu richten. Dazu gehöre für ihn auch die Frage, wie es mit den Schlossfestspielen weitergehe. Das Problem sei vor allem deren Dauer. Diese belaste „die visuelle Integrität“. Haspel empfahl, „dieses Risiko“ zu minimieren. Dabei gehe es nicht darum, eine Entweder-Oder-Diskussion zu führen, sondern zu überlegen, wie sich beides miteinander verbinden lasse. Als Beispiel verwies er auf die Potsdamer Schlössernacht, die auch den Welterbe-Park Sanssouci nutze – aber eben nur für ein Wochenende. Bedauerlich sei zudem, dass Schwerin keine Stelle für Gartendenkmalpflege habe.

Eine Zuschauerin, eine Stadtführerin in Schwerin und Hamburg, wandte ein, dass die Wirklichkeit dem Schweriner Kulturerbe-Wunsch entgegenstehe. Wer montags in die Stadt komme, stehe an den Museen vor verschlossenen Türen. Das sei alles andere als besucherfreundlich.

Weltkulturerbe – wird dieser Titel am Ende überbewertet?, fragte Axel Seitz in die Gesprächsrunde. „Ich glaube nicht, dass er überschätzt wird, gerade im Hinblick auf die versöhnenden und völkerverständigenden Aspekte“, antwortete Prof. Haspel. Für Norbert Huschner kommt es darauf an, wie bekannt die entsprechende Region vorher schon war. „Hamburg oder das Rheintal sind nicht so angewiesen auf den Titel wie Wismar, Stralsund oder Quedlinburg. Wir würden uns sehr freuen, wenn Schwerin auch dabei wäre.“

Hier können Sie die Rede der Landtagspräsidentin nachlesen.

22./23. Oktober 2015

Erste Welterbetagung in Schwerin

Viele neue Impulse und die Bestärkung, mit dem bisher Erarbeiteten auf dem richtigen Weg zu sein – das hat die 1. Schweriner Welterbe-Tagung ergeben.

 

Auf der Welterbe-Tagung, die von der Landeshauptstadt Schwerin organisiert und durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und den Landtag M-V gefördert wurde, kamen am 22. und 23. Oktober 2015 etwa 100 Teilnehmer zusammen, um über den Fortgang der Schweriner Bewerbung zu beraten.

In den Fachvorträgen und Diskussionsrunden der Experten und Fachwissenschaftler wurde deutlich, dass man mit der Bewerbung des Residenzensembles in den Kriterien III und IV auf dem richtigen Weg ist: das Residenzensemble stellt ein außergewöhnliches Zeugnis der höfischen Kultur in Europa des 19. Jahrhunderts dar (Krit. III) und verfügt noch heute über die zugehörigen Funktions- und Repräsentationsbauten der einstigen Residenz der Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin (Krit. IV).

Der Ablauf des Bewerbungsprozesses beim UNESCO World Heritage Committee sieht nun vor, Vergleichsstudien mit ähnlichen Gebäudeensembles auf internationaler Ebene anzufertigen, um die Potentiale der eigenen Bewerbung zu schärfen. Außerdem wurde empfohlen, die Möglichkeiten für eine Bewerbung in der Kategorie „Kulturlandschaft“ zu prüfen, denn diese Kategorie ist im Verzeichnis des Welterbes noch unterrepräsentiert. Wie Prof. Dr. Marie-Theres Albert, UNESCO-Chair in Heritage Studies der BTU Cottbus/Senftenberg, in ihrem Festvortrag am Abend des 22. Oktobers 2015 hervorhob, dominieren europäische Kulturstätten die Welterbeliste, so dass Einschreibungen solcher Bewerbungen zugunsten einer global ausgewogenen Liste zurückgestellt werden. Die 1994 verabschiedete „Global Strategy“ der UNESCO sieht daher vor, gezielt Lücken auf der Liste zu schließen – inwiefern das Residenzensemble Schwerin eine solche Lücke ausfüllt, sollte nun erarbeitet werden, so die Empfehlung.  Ein Antrag in der Kategorie „Kulturlandschaft“ könnte nach Meinung der Experten für Schwerin der Ansatz für eine erfolgreiche Nominierung sein und würde zu einer ausgewogenen Welterbeliste beitragen.

Eine Besonderheit zeichnet schon jetzt die Schweriner Bewerbung aus: das bürgerschaftliche Engagement und die Begeisterung der Schweriner für „ihr“ Residenzensemble. Dieses weiter zu stärken und den Welterbegedanken weiter zu tragen, hat sich der Welterbe Förderverein Schwerin e. V. zur Aufgabe gemacht. Auch 2016 werden daher einige Veranstaltungen rund um das Thema Welterbe auf dem Programm stehen. Um Veranstaltungstermine und Informationen zu bündeln und für Interessierte verfügbar zu machen, arbeitet der Landtag Mecklenburg-Vorpommern derzeit daran, eine Internetseite bereitzustellen - in Kooperation mit dem Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Kultur, der Stadt Schwerin und Vereinen. Es ist vorgesehen, unter welterbe-bewerbung-schwerin.de sowie auf Englisch unter schwerin-for-world-heritage.info Näheres zum Fortgang der Bewerbung, zu den Inhalten und zu kommenden Tagungen anzubieten.

21. Juni 2015

Preisverleihung "Mein Schloss und die Welt"

Da Deutschland jedes Jahr nur jeweils ein Kultur- und ein Naturerbe bei der UNESCO einreichen darf (Stand Juli 2016), dient die Vorschlagsliste als Grundlage für die zukünftigen Nominierungen deutscher Welterbestätten beim World Heritage Committee der UNESCO: Nur solche Stätten, die mindestens ein Jahr lang auf der Liste eingetragen sind, können einen Schritt weiterkommen.

 

Mit der Erarbeitung eines ausführlichen Antrags für die Bewerbung beim World Heritage Committee sowie eines Managementplans kann jedoch schon begonnen werden, sobald ein Vorschlag auf der Tentativliste aufgenommen worden ist.

Neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung im Rahmen von Tagungen, Konferenzen und Arbeitsgruppen, stehen auch dieses Jahr wieder öffentliche Veranstaltungen zum Thema "Welterbe" auf dem Programm. Das große Interesse daran zeigte sich am Tag der offenen Tür im Landtag, dem 21. Juni 2015, als Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider mit Mathias Brodkorb, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V, Bernd Nottebaum, stellvertretener Oberbürgermeister der Stadt Schwerin, und Norbert Rethmann, Vorstand  des Welterbe Schwerin Fördervereins e.V., über die Aussichten einer Nominierung diskutierte. Volle Sitzreihen mit Interessierten und Zuhörer an den Seitenwänden: viele Besucher verfolgten das spannende Podiumsgespräch im Plenarsaal des Schlosses und die anschließende Preisverleihung des Malwettbewerbs „Mein Schloss und die Welt“.

Denn Begeisterung für die Denkmale in Schwerin zu wecken und die Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe anzuregen, sind wichtige Schritte auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe - den Enthusiasmus der jüngeren Generation beim Thema „Welterbe“ zeigt die rege Beteiligung am Malwettbewerb, ausgelobt vom Verein PRO Schwerin e.V., an dem mehr als 250 Kinder teilnahmen. Einige der schönsten Arbeiten sind im öffentlichen Bereich des Schlosses am Ausgang des Museumsrundganges zu sehen.

Banner am Schloss werben für potenzielles Welterbe

Seit einiger Zeit werben am Schweriner Schloss große Banner mit Kinderzeichnungen für die Bewerbung des Schweriner Schlossensembles als Weltkulturerbe. Die Zeichnungen entstanden im Rahmen des Malwettbewerbs „Mein Schloss und die Welt“, den der Verein „Pro Schwerin“ im vergangenen Jahr ausgelobt hatte und an dem sich über 250 Kinder beteiligten.

Natürlich befürwortet und unterstützt der Landtag die Welterbe-Bewerbung. Als Hauptnutzer sorgt er maßgeblich für die Sanierung und Erhaltung des Schlosses und gab jetzt nicht nur das Okay für die Werbeaktion, sondern ließ auch die drei Banner anfertigen.

Archäologie im Schlossinnenhof

Im Zusammenhang mit dem Bau einer Trasse für einen begehbaren Medienkanal informiert eine umfangreiche Ausstellung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern über die Grabungen im Innenhof des Schweriner Schlosses.

Rundgang durch das Residenzensemble

Besucher des Schweriner Schlosses können sich nun selbst einen Eindruck von dem Residenzensemble verschaffen. Dafür hat der Landtag Mecklenburg-Vorpommern eine neue Broschüre veröffentlicht. Erhältlich ist diese bei der Landtagsverwaltung (Schlossstraße 1, Referat Z1), im Schlossmuseum und bei der Stadtinformation am Markt gegen eine Schutzgebühr von 2 €.

In dem 56-seitigen Heft werden die einzelnen Gebäude des Residenzensembles beleuchtet und auf Karten ausgewiesen. Verschiedene Spaziergänge laden die Gäste dazu ein, das Schloss und seine Umgebung zu erkunden.

Die Broschüre ist auch online verfügbar.  

 

 

UNESCO-Welterbe

Die von der UNESCO geführte Liste des Welterbes umfasst zurzeit 1052 Denkmäler in 165 Ländern (Stand Juli 2016).
Mehr dazu finden Sie auf der Internetseite der Deutschen UNESCO-Kommission.