Umweltpreis des Landtages Mecklenburg-Vorpommern vergeben
Artenvielfalt erhalten
31 Wettbewerbsteilnehmer
Die von den Preisträgern eingereichten Projekte überzeugten die aus den Mitgliedern des Ausschusses für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz bestehende Jury in herausragender Weise. Insgesamt waren zum Thema „Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern“ 31 Beiträge eingereicht worden. Die Preisträger wurden am 22. Juni im Schweriner Schloss während einer Feierstunde von Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider ausgezeichnet.
Erstmals Landwirtschaftsbetrieb ausgezeichnet
„Mit der Guter Heinrich GbR aus dem Landkreis Uecker-Randow erhält erstmals ein landwirtschaftlicher Betrieb diese Auszeichnung, die das Projekt ‚Artenvielfalt durch landwirtschaftliche Nutzung’ würdigt. Der Preisträger hat anhand einer mit großer Fachkenntnis erstellten vegetationskundlichen Kartierung der auf den betrieblichen Grünland- und Ackerflächen vorkommenden Gefäßpflanzenarten den Nachweis geführt, dass mit geeigneten Bewirtschaftungsmethoden eine Erhöhung der Artenvielfalt erreicht werden kann. Beim zweiten Preisträger handelt es sich um den Naturschützer Jürgen Reich aus dem Landkreis Bad Doberan. Er erhält den Preis für das Projekt ‚Wildes Küstenland – unterwegs in Mecklenburg-Vorpommern’, mit dem in aussagekräftigen Bildern und einprägsamen Texten Betrachtern und Lesern die Naturschönheiten des Landes nahe gebracht werden. Auch wird damit ein Beitrag zur Erhöhung der Akzeptanz des Naturschutzes sowie zur Umweltbildung und -erziehung geleistet“, begründete der Vorsitzende des Ausschusses für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Udo Timm, die Entscheidung der Jury.
Wettbewerb ist offen für jedermann
Zum Thema „Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern“ konnten sich Einzelpersonen aller Altersstufen, Gruppen, Verbände sowie juristische Personen am Wettbewerb beteiligen. Wissenschaftler der Universität Rostock und der Hochschule Neubrandenburg sowie Experten aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz hatten alle Projekte begutachtet und der Jury die Einschätzungen zukommen lassen.
Leistungen mit Vorbildfunktion
Der mit 25.000 Euro dotierte Preis ist bis heute der einzige deutsche Umweltpreis, der von einem Parlament vergeben wird. Mit der Vergabe des Umweltpreises verfolgt der Landtag das Ziel, herausragende Initiativen zum Umwelt- und Naturschutz zu würdigen, die weitere Arbeit der Preisträger zu fördern und zur umweltpolitischen Bewusstseinsbildung im Land beizutragen. Ausgezeichnet werden sollen Leistungen, die Vorbildfunktion haben, an anderer Stelle wiederholbar sind sowie dazu beitragen, Mecklenburg-Vorpommern als attraktiven Lebensraum zu erhalten und auch unter Berücksichtigung globaler Erfordernisse zukunftsfähig zu entwickeln.
Zu Ehren von Ernst Boll
Seit 1992 lobt der Landtag Mecklenburg-Vorpommern den Umweltpreis zum Gedenken an Ernst Boll aus, einem bedeutenden Naturforscher und Historiker aus Neubrandenburg (1817 – 1868). Seine Schaffenskraft widmete er insbesondere der mecklenburgischen Landes- und Naturgeschichte. Politisch engagiert war Boll in Gremien der Reformbewegung an der Seite von Fritz Reuter. Der Landtag Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige Landesparlament in Deutschland, das einen eigenen Umweltpreis verleiht.




