Restaurierungsarbeiten Schlosskirche
Die historische Schlosskirche des Schweriner Schlosses mit ihrem bekannten Sternengewölbe wird umfassend saniert. Nach der bereits abgeschlossenen statischen Sicherung der Kirche wird derzeit der Innenraum einschließlich des Kunstgutes restauriert: Kronleuchter, Chorfenster und Gestühl befinden sich bereits in Restaurierungswerkstätten, eine Sanierung von Orgel und Altar sowie der Einbau einer Heizungsanlage sind geplant.
Aufgrund der Baumaßnahmen wird die Schlosskirche voraussichtlich noch bis 2013 geschlossen sein. Finanziert werden die Arbeiten an der Schlosskirche dabei nicht nur durch Steuermittel - unter dem Motto "Kauf Dir Deinen Stern vom Himmel“ besteht die Möglichkeit, einen der Sterne des Deckengewölbes symbolisch zu erwerben und damit den Erhalt der beinahe 450 Jahre alten Kirche mit einer Spende zu unterstützen.
Das Gestühl wurde vor Beginn der Instandsetzungsarbeiten ausgebaut und wird derzeit in einer Tischlerei aufgearbeitet und mit einer Sitzbankheizung versehen. In Kombination mit einer Fußbodenheizung unter den Gestühlsblöcken und im Altarbereich macht die Sitzheizung eine konventionelle Heizung überflüssig; für die Innenausstattung schädliche Temperaturschwankungen können somit weitestgehend vermieden werden. |
Bei diesem Bildnis Athanasius des Großen auf der Empore der Schlosskirche handelt es sich um ein sogenanntes Stereochromiegemälde aus dem Jahre 1855. Diese Maltechnik stellte einen Versuch dar, Wandgemälde möglichst unempfindlich gegenüber Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen zu gestalten, und kam im Zuge des umfassenden Umbaus des Schlosses im 19. Jhd. zum Einsatz. |
Die 1561 gefertigte Kanzel bildet mit dem sie tragenden Pfeiler eine Einheit, beide wurden aus einem einzigen Steinblock gehauen. Das Marmorrelief der Kanzel zeigt mehrere Szenen aus dem neuen Testament: Jesus und die Ehebrecherin, der zwölfjährige Jesus im Tempel, und die Tempelreinigung. |
| Bei Restaurierungsarbeiten am Treppenaufgang zur Orgel wurde entdeckt, dass der Raum zum Zeitpunkt seiner Erbauung nicht als Treppenhaus, sondern vielmehr als Küsterraum diente. Die ursprünglich runde Raumgestaltung und einige freigelegte Wandmalereien wurden vermutlich bei einem Umbau in den 20er oder 50er Jahren des 20. Jahrhunderts durch die Treppeneinbauten verdeckt und gerieten in Vergessenheit. Nach Abschluss der Arbeiten soll die Treppe wieder eingesetzt werden, um weiterhin den einfachen Zugang zu Orgel und Fürstenempore zu gewährleisten. |
Ziel der Instandsetzungsmaßnahmen ist nicht nur die Erhaltung der zahlreichen Kunstwerke in der Schlosskirche, sondern auch die statische Sicherung konstruktiver Bauteile, die durch die erheblichen Setzungsbewegungen des Schlosses beschädigt wurden. Das Schweriner Schloss in seiner heutigen Gestalt wurde beinahe vollständig auf künstlichen Aufschüttungen errichtet, weshalb in den Jahren 2000 bis 2010 aufwendige Sanierungsmaßnahmen nötig wurden, um ein weiteres Absinken in den Baugrund zu verhindern. |
Die Schlosskirche wird auch über 400 Jahre nach ihrer Weihung noch aktiv als Gotteshaus genutzt. Während der Instandsetzungsmaßnahmen finden die Gottesdienste der Schlosskirchengemeinde im Gemeindehaus im ehemaligen Anna-Hospital statt, die traditionellen ökumenischen Andachten zu Beginn jeder Sitzungswoche des Landtages dagegen im historischen Pferdestall des Schweriner Schlosses. |
Es besteht auch weiterhin die Möglichkeit, symbolisch einen der 8758 Sterne des Deckengewölbes zu erwerben und damit die Erhaltung der Schlosskirche finanziell zu unterstützen. |


















