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18.09.2019, 14:56 Uhr

Studie: Betriebe und Jugendliche finden oft nicht zueinander

Gütersloh/Schwerin (dpa/mv) - Die angespannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern mit vielen unbesetzten Lehrstellen, ebenfalls vielen unvermittelten Jugendlichen und einer großen Zahl von Ausbildungsabbrüchen wird sich einer Studie zufolge kaum ändern. Als einen Grund nennt der am Mittwoch veröffentlichte «Ländermonitor berufliche Bildung 2019» die Wirtschaftsstruktur in MV mit wenig Industrie, vielen Klein- und Kleinstbetrieben sowie einem überproportionalen Anteil des Gastgewerbes. Die Untersuchung von Wissenschaftlern aus Göttingen wird von der Bertelsmann Stiftung gefördert.

Die Struktur biete ungünstige Voraussetzungen für ein vielfältiges Berufsausbildungssystem, schreiben die Forscher. Es komme aufgrund zu geringer Wahlmöglichkeiten seit Jahren zu sogenannten Passungsproblemen. Sie nehmen sogar noch zu: Im Jahr 2009 standen der Studie zufolge 669 offenen Stellen 996 unvermittelte Bewerber gegenüber. 2018 waren es 1479 offene Ausbildungsstellen und 1215 unvermittelte Jugendliche. Absehbar werde es kaum gelingen, ein auswahlfähiges Ausbildungsangebot im dualen System bereitzustellen, befürchten die Forscher. Es will eben nicht jeder Koch werden.

Die Experten machen auf weitere Besonderheiten in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam: Überdurchschnittlich viele Jugendliche haben nur einen Hauptschulabschluss (2017: 22,5 Prozent). Bundesweit sind es nur 20,5 Prozent. Für viele Ausbildungen ist aber die Mittlere Reife nötig.

Die Verteilung der Berufsschulen im Land wird von den Forschern als problematisch angesehen. Sie seien vor allem in bevölkerungsdichteren Regionen angesiedelt sind und stellten somit erhebliche Anforderungen an die Mobilität Jugendlicher auf dem Land. «Dies gilt umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass berufsbildende Schulen kein homogenes Angebot anbieten, sondern sich in ihren Angeboten deutlich unterscheiden können.» Die Ausgaben des Landes für die Berufsschulen lägen unter denen der anderen Länder. Dies begrenze das Potenzial, den Herausforderungen im Ausbildungssystem gerecht zu werden.