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15.12.2019, 09:17 Uhr

Betreiberwechsel auf Bahnstrecke Rostock-Sassnitz

Rostock/Sassnitz (dpa/mv) - Auf der Strecke zwischen Rostock und Sassnitz fahren seit dem Fahrplanwechsel am Sonntagmorgen Bahnen der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (Odeg). Zuvor hatte die Deutsche Bahn die Strecke bedient. Wie Odeg-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann erklärte, werde sich an der bisherigen Zwei-Stunden-Taktung der Züge nichts ändern. Allerdings seien die Odeg-Bahnen größer als die der Deutschen Bahn, so könnten zusätzliche Kapazitäten angeboten werden. Auch der Service soll verbessert werden. Neu hinzugekommen zum Odeg-Fahrplan ist auch das Teilstück Stralsund-Züssow. «Wir wollen mit Qualität punkten», erklärte Schuchmann.

In den kommenden zwei Monaten werden allerdings noch Züge der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) eingesetzt. Dann werden die sieben neuen und modernen Bahnen einsatzbereit sein, sagte Schuchmann. Eine davon stehe als Reserve zur Verfügung. Seine Firma werde die Strecke mit rund 70 Mitarbeitern betreiben. Die Strecke sei hauptsächlich ein Saisongeschäft. An Spitzentagen wie Feiertagen mit Ausflugswetter könnten Probleme für Bahnreisende mit Fahrrädern nicht ausgeschlossen werden. Die 2002 gegründete Odeg betreibt in Ostdeutschland zwölf Strecken und beschäftigt insgesamt mehr als 500 Mitarbeiter.

Mit dem Fahrplanwechsel hat die Deutsche Bahn eine neue Fernverkehrslinie Dresden-Berlin-Rostock etabliert. Zunächst gebe es zehn Fahrten täglich, ab März soll ein Zwei-Stunden-Takt mit 16 Fahrten eingerichtet werden, wie die Deutsche Bahn berichtete. Sie setze moderne Doppelstockzüge mit WLAN ein, auch Fahrräder könnten transportiert werden. Damit erhielten Neustrelitz und Waren (Müritz) einen regelmäßigen zweistündlichen Fernverkehrsanschluss. Ab Mai halten diese Züge auch in Warnemünde und Berlin-Schönefeld Flughafen.

Der Betreiberwechsel auf der Strecke Rostock-Sassnitz beruht auf einem Urteil des Oberlandesgerichts Mecklenburg-Vorpommern von Ende Oktober. Es hatte entschieden, dass eine Direktvergabe der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV) an die Odeg rechtens war. Die VMV agiert im Auftrag des Landes. Sie hatte den Schienenpersonennahverkehr auf dieser Strecke vorübergehend ohne Ausschreibung vergeben, da ein reguläres Vergabeverfahren nicht fristgemäß abgeschlossen werden konnte. Die Deutsche Bahn als langjähriger Betreiber hatte dagegen geklagt und war unterlegen. Die Teilstrecke Rostock-Schwerin-Hamburg blieb dagegen bei der Deutschen Bahn.