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15.01.2020, 09:17 Uhr

Schafzüchter fordern Reduzierung des Wolfsbestandes

Schwerin (dpa/mv) - Nach den Lockerungen zum Wolfsabschuss im Bundesnaturschutzgesetz fordern Schafzüchter eine Reduzierung des Wolfsbestandes im Nordosten. Nur so lasse sich das weitere Anwachsen der Schäden verhindern, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Jürgen Lückhoff, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben des Schweriner Umweltministeriums hatte es 2019 mit 43 «Rissvorfällen» die bislang mit Abstand höchste Zahl an Wolfsattacken auf Schafe, Rinder und andere Nutztiere in Mecklenburg-Vorpommern gegeben. «Wir begrüßen, dass das Land nun endlich 100 Prozent der Kosten für vorbeugenden Schutz übernimmt», erklärte Lückhoff.

Aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der AfD gehe hervor, dass es etwa ein Drittel aller Wolfsattacken trotz des sogenannten Grundschutzes, zu dem ein etwa 1,20 hoher E-Zaun gehört, gab. In Rostock sei im November eine Herde attackiert worden, obwohl es Schutzhunde gab. In Vorpommern gab es eine Wolfsattacke auf Damwild, dass mit einem 1,80 Meter hohen Zaun gesichert war. Allen müsse klar sein, dass es keinen 100-prozentigen Schutz gebe. «Wir können nicht jede kleine Streuobstwiese, die von Schafen gepflegt wird, zu einem Hochsicherheitstrakt ausbauen.»

Deshalb sei eine Reduzierung der Raubtiere nötig. Die Zahl der Wolfsrudel hatte sich in einem Jahr von vier auf acht verdoppelt. Ein Rudel besteht Experten zufolge aus drei bis elf Tieren. Die Schäfer schätzen, dass es mindestens 60 Wölfe im Nordosten gibt.