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15.01.2020, 15:14 Uhr

Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in MV

Rostock (dpa/mv) - In großen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns wird am Donnerstag der öffentliche Nahverkehr bestreikt. Bei dem Warnstreik sollen von Betriebsbeginn an bis etwa 10.00 Uhr Busse und Bahnen in den Depots bleiben. Hintergrund der Aktion sei die zweite Verhandlungsrunde am Freitag. Verdi-Verhandlungsführer Karl-Heinz Pliete forderte die kommunalen Arbeitgeber am Mittwoch auf, ein Angebot zu unterbreiten, das sich an der Gewerkschaftsforderung orientiert. Verdi verlangt bei einer einjährigen Laufzeit eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,06 Euro pro Stunde rückwirkend zum 1. Januar und einen Angleichungsschritt an andere Tarifgebiete von 100 Euro.

Der Warnstreik belaste in erster Linie die Fahrgäste und schade dem öffentlichen Nahverkehr, sagte die Verhandlungsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbands MV, Gabriele Axmann. Die Gewerkschaftsforderungen summierten sich zu einer Steigerung der Gesamtpersonalkosten von rund 15 Prozent, für die im Fahrdienst Beschäftigten sogar zu einer Steigerung um 20 Prozent. «Dies ist wirtschaftlich nicht tragbar», sagte Axmann. Das würde zu Fahrpreiserhöhungen und Angebotseinschränkungen führen.

Wie das Bildungsministerium mitteilte, sind Schüler, die auf Busse oder Straßenbahnen angewiesen sind, entschuldigt, wenn keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren. «Der Unterricht in den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern findet jedoch statt», hieß es. Es sei ratsam, die Schulen rechtzeitig zu benachrichtigen, wenn Schüler Schwierigkeiten haben, rechtzeitig oder überhaupt zur Schule zu gelangen.

Die meisten betroffenen Fahrgäste werden wohl in Mecklenburg-Vorpommerns größter Stadt Rostock zu erwarten sein. Nach Angaben der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) müssen sich rund 45 000 Menschen um eine Alternative zu Bussen und Bahnen kümmern. In Neubrandenburg und Schwerin wird dagegen laut Verdi nicht gestreikt. Auch im Greifswalder Umland laufe alles wie gewohnt. Hintergrund dafür sei, dass die dortigen Verkehrsbetriebe nicht zum Tarifvertrag Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern gehören. In allen anderen Landkreisen müsse mit erheblichen Schwierigkeiten gerechnet werden. Diese könnten sich auch nach Streikende fortsetzen.