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31.08.2020, 14:30 Uhr

Geldmangel: Kirchenakten nicht wieder nach Greifswald

Schwerin (dpa/mv) - Das Archivgut der Pommerschen Evangelischen Kirche kehrt nicht wie geplant nach Greifswald zurück, sondern bleibt in Schwerin und Hamburg. Die Kirchenleitung könne den Beschluss für eine Kooperation des Landeskirchlichen Archivs mit dem Pommerschen Landesarchiv und dem Stadtarchiv Greifswald nicht aufrechterhalten, teilte die Nordkirche am Montag mit. Als Grund wurde Geldmangel angegeben. «Eine Beteiligung der Nordkirche hätte zu Investitionskosten von gut 1,1 Millionen Euro, zuzüglich der anteiligen Kosten für Grundstück und Verbindung zum im Bau befindlichen Stadtarchiv geführt», hieß es.

Die Kirchensteuern der Nordkirche sind infolge der Corona-Krise eingebrochen. Die jüngste Schätzung vom Juni geht von 470 Millionen Euro Steuereinnahmen der Nordkirche in diesem Jahr aus, statt zuvor angenommener 536 Millionen Euro. Auch im kommenden Jahr werden geringere Kirchensteuer-Einnahmen erwartet. Eine «Task Force Finanzen» wurde eingesetzt, um die finanzielle Lage der Landeskirche zu prüfen und Empfehlungen zu entwickeln.

Rund 500 laufende Meter Archivgut der Pommerschen Evangelischen Kirche, die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde, lagern bereits in Hamburg, weitere 200 Meter in Schwerin, wie es hieß. Die Geschichte der Pommerschen Landeskirche endete 2012 mit der Bildung der Nordkirche. Seither anfallendes Archivgut wird in Kiel gelagert.

Für den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis und die Region bedeute die Entscheidung einen herben Einschnitt, sagte Sprengelbischof Tilman Jeremias. Die Kirchenleitung hoffe, dass der jetzt aufgewertete Archivstandort Schwerin mit den Archivalien aus der Mecklenburgischen und der Pommerschen Kirche gute Forschungsmöglichkeiten biete. Eine Außenstelle in Greifswald soll für die Arbeit mit den Archivalien weiter nutzbar sein. Wer Archivgut dort einsehen wolle, müsse das Material bestellen und es werde nach Greifswald gebracht.