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14.01.2021, 12:14 Uhr

Stimmung der Groß- und Außenhändler im Norden schlechter

Hamburg (dpa) - Die Stimmung der norddeutschen Groß- und Außenhändler sowie Dienstleister hat sich nach einer kurzen Erholungsphase mit dem zweiten Corona-Lockdown wieder verschlechtert. So fiel der Umsatz der Unternehmen nach Angaben des AGA Unternehmensverbands vom Donnerstag im vierten Quartal 2020 nochmals um 0,9 Prozent, nachdem er im Vorquartal über alle Branchen hinweg bereits um 1,1 Prozent gesunken war. Auch der AGA-Indikator sei gegenüber dem dritten Quartal 2020 von 102,5 auf 98,2 Punkte gesunken, wobei Werte unter 100 Punkte auf eine relativ schlechte Geschäftslage und Werte über 100 auf eine relativ gute Lage hindeuten.

«Den harte Lockdown im Dezember und den Brexit spüren die norddeutschen Händler und Dienstleister stark», sagte AGA-Präsident Hans Fabian Kruse. Diese und weitere Faktoren hätten die im dritten Quartal erreichte Erholung abgebremst. «Für 2021 erwarten wir für unsere Wirtschaftsstufe ein geringes Wachstum, das vom Verlauf der Corona-Pandemie abhängt.»

Mit dem Brexit-Handelsabkommen und dem Investitionsschutzabkommen zwischen China und der EU hätten die Unternehmen zwar nun mehr Planungssicherheit, gleichzeitig müssten sie aber zahlreiche bürokratische Hürden überwinden, sagte Kruse. Zudem betonte er: «Was wir bei der Krisenbewältigung nicht brauchen, ist ein wohl gut gemeintes, aber völlig praxisfernes Lieferkettengesetz oder ein zusätzliches Unternehmensstrafrecht.»

AGA-Hauptgeschäftsführer Volker Tschirch zeigte sich erfreut, dass selbst unter Druck stehende Unternehmen neue Leute einstellen wollten. «Immerhin 29 Prozent unserer Mitgliedsunternehmen wollen in den kommenden Monaten Personal aufbauen, nur 14 Prozent planen einen Abbau.» Darüber hinaus habe die AGA-Umfrage ergeben, dass 20 Prozent der norddeutschen Unternehmen ihre Investitionen erhöhen wollen, 59 Prozent wollen sie auf dem hohen Niveau beibehalten und nur 21 Prozent verringern.

Aufgeschlüsselt nach den norddeutschen Bundesländern ging der Umsatz der Unternehmen in Bremen mit 4,1 Prozent im vierten Quartal am meisten zurück, gefolgt von Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 1,5 Prozent und Niedersachsen mit 0,1 Prozent. Einzig in Schleswig-Holstein stieg der Umsatz um 0,2 Prozent. Der AGA Unternehmensverband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 3500 norddeutschen Mitgliedsunternehmen mit rund 150 000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 288 Milliarden Euro.