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06.04.2021, 16:39 Uhr

Verbände: Corona-Testpflicht ist eine weitere Hürde

Schwerin (dpa/mv) - Nach Ansicht mehrerer Verbände ist die seit Dienstag in weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns geltende Corona-Testpflicht eine weitere Hürde für Kunden und Unternehmen. «Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Kundschaft wegbleibt. Dies gilt insbesondere für die körpernahen Dienstleistungen», sagte Sven Müller, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes VUMV, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Zahlreiche Kunden hätten Friseurtermine abgesagt. Noch gebe es zu wenige dieser Tests. Eine Öffnung unter diesen Einschränkungen sei zwar besser als eine Schließung, sie komme ihr jedoch nahe.

Die Sprecherin des Handelsverbands Nord, Mareike Petersen, sagte, dass für Händler immer mehr Hürden hinzukämen. Die Tests seien regional mitunter schwierig zu bekommen.

Seit Dienstag ist die Corona-Testpflicht im Nordosten ausgeweitet. Wer dann etwa shoppen gehen will, braucht einen negativen Corona-Test. In der Hansestadt Rostock tritt diese Regelung laut Landesregierung erst zum kommenden Samstag in Kraft, weil die Corona-Infektionszahlen dort niedriger sind als in anderen Teilen des Bundeslandes. Ein negativer Corona-Test ist in der bevölkerungsreichsten Stadt des Bundeslandes ebenfalls erst von Samstag an Voraussetzung für körpernahe Dienstleistungen wie Besuche beim Friseur oder in Kosmetikstudios, für die sonst im Land seit vergangener Woche ein negativer Corona-Test notwendig ist.

Kunden müssen laut Gesundheitsministerium maximal 24 Stunden vor dem Termin einen Corona-Test gemacht haben - entweder in der Apotheke, in einem Schnelltestzentrum oder mit einem gekauften Selbsttest vor Ort. Entscheidend sei dann, dass der Selbsttest vor den Augen desjenigen erfolge, der die Dienstleistung ausführe. Schnelltests sind den Angaben zufolge in landesweit rund 200 Testeinrichtungen möglich. Ein negativer Corona-Test ist fürs Einkaufen in Lebensmittelgeschäften oder Drogerien weiterhin landesweit nicht notwendig.

Die Apotheken im Land haben die drastisch gestiegene Nachfrage nach Corona-Schnelltests am ersten Tag nach Ostern nicht abfedern können. «Die Tests sind inzwischen zwar deutlich besser verfügbar als zu Beginn. Doch personell sind die Apotheken längst am Limit», sagte der Vorsitzende des Landesapothekenverbandes, Axel Pudimat. Zum Teil würden Hilfskräfte eingesetzt, doch reiche auch dies nicht aus, um dem Test-Bedarf gerecht zu werden. Viele Kunden scheiterten schon bei dem Versuch, telefonisch einen Termin zu vereinbaren. «Es kommen so viele Anrufe, damit könnte man ein ganzes Call-Center gut beschäftigen», machte Pudimat den Ansturm deutlich.

Nach seinen Angaben bieten bislang etwa 120 der landesweit rund 400 Apotheken bescheinigte Schnelltests an. Pudimat rechnet nach eigenen Worten damit, dass sich weitere Apotheken anschließen, sich die Abläufe besser einspielen und die Wartezeiten spürbar verringern werden. «Ein paar Wochen wird es die Tests ja noch geben müssen, wenn wieder mehr Bereiche geöffnet werden», sagte er.

Die Linke forderte für Unternehmen eine Entlastung bei den Kosten für die Corona-Tests. «Wenn regelmäßige Tests nicht nur den Schutz der Beschäftigten, sondern auch der Gemeinschaft erhöhen, dann sollte die Gemeinschaft auch die Kosten zumindest anteilig dafür tragen, wie es bereits bei den Berufspendlern praktiziert wird», sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Torsten Koplin.

© dpa-infocom, dpa:210406-99-100417/3