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14.05.2021, 06:47 Uhr

Viele suchen Hilfe bei Schuldnerberatungen

Schwerin (dpa/mv) - Die Schuldnerberatungen im Land haben 2020 nach eigenen Angaben eine hohe Nachfrage verzeichnet. Mehr als 17 600 Menschen hätten trotz Kontaktbeschränkungen in den Beratungsstellen Hilfe gesucht, teilte die Liga der Spitzenverbände der Wohlfahrtspflege mit. Besonders oft sei zu neuen Insolvenzregeln und Pfändungsschutzkonten beraten worden.

Das Ergebnis zeige, dass die Schuldnerberatung ein unverzichtbares Angebot der Sozialberatung sei und «wie wichtig es ist, die bestehende Beratungsstruktur zu erhalten und zu stärken - auch über die Zeit von Corona hinaus», sagt der Liga-Vorsitzende Steffen Feldmann.

Hintergrund seines Appells ist, dass die Beratungslandschaft in MV neu aufgestellt und die Finanzierung der Verbände transparenter gestaltet werden soll - eine Nachwirkung der Finanzaffären um einige der Wohlfahrtsverbände. Die Liga fürchtet durch das Gesetz Kürzungen. So gebe es in Ludwigslust-Parchim den Vorschlag, Stellen für Beratungen zu Sucht, Eheproblemen, für Behinderte oder Schuldner abzubauen: auf 18 statt wie bisher 22,4 - eine Kürzung um rund 20 Prozent. Der Sprecher des Kreises betonte, dies sei noch nicht beschlossen. Das Thema befinde sich gerade in der Abstimmung. Frühestens im Juni könne sich der Kreistag damit befassen.

Die Liga appelliert an Land und Kommunen, die sich die Finanzierung teilen, die Beratungsstellen zu sichern. Sie müssten die Corona-Auswirkungen für viele Menschen - Lohnverzicht, Kurzarbeit, Jobverlust und Kreditbelastungen - auffangen können.

Für die ersten Monate dieses Jahres verzeichneten die Beratungsstellen nach eigenen Angaben noch mehr Zulauf als 2020. Dieser Trend werde sich angesichts des langen Lockdowns wohl noch fortsetzen, hieß es.

© dpa-infocom, dpa:210514-99-592753/2