Landtag Mecklenburg-Vorpommern. Direkt zum Hauptinhalt dieser Seite.Zum Randinhalt dieser Seite.

zum Seitenanfang zum Seitenanfang
Zur Ticker Übersicht
14.05.2021, 20:37 Uhr

Israel-Flagge vor Neubrandenburger Rathaus gestohlen

Neubrandenburg (dpa/mv) - Eine vor dem Neubrandenburger Rathaus (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) gehisste Israel-Flagge ist gestohlen worden. Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) ging am Freitag davon aus, dass es sich um eine mutwillige Tat handelt, da die Fahne mit Gewalt entwendet wurde, wie die Stadt mitteilte. Witt nimmt nach eigenen Worten einen antisemitischen Hintergrund an. Die Stadt hat nach eigenen Angaben Anzeige erstattet. Mit der Flagge vor dem Rathaus sollte - wie in vielen anderen deutschen Städten - auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland am 12. Mai 1965 hingewiesen werden.

«Mit der Fahne wollten wir unsere Verbundenheit zu Israel zum Ausdruck bringen. Ich verurteile und bedauere diesen Vorfall sehr», betonte der Oberbürgermeister. Die Stadt distanziere sich von jeglicher Art des Antisemitismus. Seit mehr als 20 Jahre bestehe eine Städtepartnerschaft zwischen Nazareth in Israel und Neubrandenburg.

Die Grünen-Fraktion in der Stadtvertretung verurteilte den Diebstahl. «Der erneute Angriff auf ein Symbol des israelischen Staates in Neubrandenburg ist unerträglich», sagte Fraktionsvorsitzende Jutta Wegner laut Mitteilung. Anfang des Jahres sei schon das Banner der Partnerstädte am Stadteingang mutwillig zerstört worden, indem die israelische Flagge herausgeschnitten wurde.

Antisemitismus, egal in welcher Form, habe in der Stadt keinen Platz, so Wegner. «Auch Kritik an der Politik der israelischen Regierung darf antisemitisches Handeln nicht legimitieren», sagte Holger Mieth von der Grünen-Fraktion.

Nach der Eskalation im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern hat es in Deutschland in mehreren Städten antisemitische und anti-israelische Demonstrationen gegeben. Dabei wurden auch Israel-Flaggen angezündet. In Gelsenkirchen stoppte die Polizei am Mittwochabend einen antisemitischen Demonstrationszug. Ungefähr 180 Menschen hatten sich vom Gelsenkirchener Bahnhofsvorplatz in Richtung Synagoge bewegt und antisemitische Parolen gerufen. An verschiedenen Orten in Deutschland wurden auch israelische Flaggen entwendet.

© dpa-infocom, dpa:210514-99-597372/3