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22.07.2021, 18:32 Uhr

Staatssekretär für mehr Sirenen in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin (dpa/mv) - Der Staatssekretär im Innenministerium, Thomas Lenz (CDU), hat sich für eine flächendeckende Warnung über Sirenen im Katastrophenfall in Mecklenburg-Vorpommern ausgesprochen. Derzeit könnten mit den landesweit 1600 Sirenen rund 60 Prozent der Bevölkerung gewarnt werden, sagte Lenz am Donnerstag in Schwerin. Das Land übernehme 50 Prozent der Kosten für die Anschaffung von Sirenen - dafür stünden jährlich 400.000 Euro bereit. Lenz betonte, dass diese Frage nicht am Geld scheitern würde. Dies sei eine Pflichtaufgabe. Im Nordosten ginge eine potenzielle Hochwasser-Gefahr vor allem von der Elbe und der Ostsee aus.

Viele Sirenen seien gerade in den Städten im Nordosten nach der Wiedervereinigung abgebaut worden. Dies hängt etwa damit zusammen, weil der Hauptzweck der Warnsignale, im Falle eines militärischen Konfliktes im Kalten Krieg Warnsignale abzugeben, entfallen war.

Jörg Beckmann, Chef des Katastrophenschutzes Mecklenburg-Vorpommern, sagte, dass die Kosten für Sirenen sehr unterschiedlich sein könnten. Im Bundesland gebe es welche, die eine vierstellige Summe gekostet hätten, andere wiederum eine mittlere fünfstellige Summe. Dies hängt laut Beckmann von den verschiedenen Anforderungen ab, etwa in welcher Gegend eine Sirene zum Einsatz kommt und wie dort die Beschaffenheit durch Häuser oder Straßen sind.

Staatssekretär Lenz setzt bei der Vorbeugung von Katastrophen auf einen Warn-Mix, etwa durch Sirenen oder die Warn-App Nina. Die Zahl der Downloads hätte sich im Nordosten in der Corona-Pandemie von rund 90.000 auf 180.000 verdoppelt.

Im Katastrophenschutzlager des Landes sind den Angaben zufolge rund eine Million leere Hüllen für Sandsäcke aufbewahrt oder 50 Netze, um Sandsäcke mit einem Helikopter transportieren zu können. Zudem sind dort 7500 Feldbetten und 30 Zelte gelagert. Hinzu kämen weitere Hilfsmittel der Kreise.

Bei der Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands kamen mindestens 175 Menschen ums Leben - in Rheinland-Pfalz nach bisherigen Erkenntnissen 128, in NRW 47. Mehr als 150 Menschen wurden am Donnerstag noch vermisst.

© dpa-infocom, dpa:210722-99-483008/3