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23.06.2022, 16:55 Uhr

Hebt Erfurt nach Absage der Buga in Rostock die Hand?

Nach der Absage der Bundesgartenschau (Buga) 2025 in Rostock wird in Thüringen über eine nachträgliche Bewerbung aus dem Freistaat spekuliert. So wird in Erfurt nur ein Jahr nach dem Abschluss 2021, als die Buga im Egapark und auf dem Petersberg ausgerichtet wurde, intern die Möglichkeit einer erneuten Bewerbung besprochen.

Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) veranlasste am Donnerstagnachmittag zu dem Thema eine Besprechung im Rathaus, wie ein Stadtsprecher auf Anfrage sagte. Bereits am Abschlusstag der Buga im Oktober vorigen Jahres hatte Bausewein mit dem Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, Jochen Sandner, über eine erneute Ausrichtung in der Thüringer Landeshauptstadt gesprochen. Damals hatte 2041 als nächstmöglicher Termin im Raum gestanden.

Nun wird in der Stadt darüber nachgedacht, ob Erfurt sich als «Nachzügler» anbieten könnte. Das wäre mit massivem finanziellen und personellen Aufwand verbunden. Karola Stange, Mitglied der Fraktion Die Linke im Stadtrat von Erfurt, sieht Chancen. «Es kann nicht so eine Buga werden, wie wir es hatten», sagte sie mit Blick auf das finale Defizit von rund vier Millionen Euro. Mit einem guten Konzept sehe sie jedoch auch Chancen in einer Bewerbung Erfurts.

Die Rostocker Bürgerschaft hatte am Mittwoch mit deutlicher Mehrheit die Absage der Bundesgartenschau 2025 beschlossen. Es ist die erste Absage in der 70-jährigen Buga-Geschichte. Rostock hatte den Zuschlag 2018 erhalten.

Gera und Ronneburg wollen sich nach der Absage von Rostock nicht als Ausrichtungsort ins Spiel bringen. Einer Sprecherin zufolge war am Donnerstag nach internen Gesprächen klar: «Wir werden 2025 kein Ausrichtungsort sein.» Lieber solle Erfurt vorangehen. Sei das der Fall, stehe man der Landeshauptstadt gerne unterstützend zur Seite.

Den Vorschlag, dass Gera und Ronneburg nach der Absage der Buga 2025 in Rostock einspringen könnten, hatte der parlamentarische Geschäftsführer und Justiziar der AfD-Bundestagsfraktion, Stephan Brandner, eingebracht. Gera und Ronneburg hätten 2007 eine erfolgreiche Buga auf die Beine gestellt. Die Region könne ein solches Großereignis für ihre weitere Entwicklung gut gebrauchen.

Das sei ein «ganz netter Impuls» gewesen, sagte die Sprecherin. Mit allen anderen Projekten, die Stadt und Gemeinde umtrieben, sei eine knapp dreijährige Planungsphase bis 2025 aber nicht realistisch zu bewerkstelligen. Die Buga 2007 vor Ort habe acht bis zehn Jahre Vorbereitungszeit gebraucht.

Die Gartenschauen werden in der Regel gut 15 Jahre im voraus vergeben und konzipiert. Bei der Vergabe wird unter anderem auf eine gewisse regionale Verteilung geachtet. Dass Städte mehrfach zum Austragungsort werden, ist jedoch nicht neu. So gab es etwa in Berlin und Dortmund (Nordrhein-Westfalen) bereits zwei Bundesgartenschauen. Hamburg richtete die Schau bereits vier Mal aus.