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23.06.2022, 19:28 Uhr

Zu laut: Piraten Open Air droht Aufführungsverbot

Kurz vor dem für Freitag geplanten Saisonstart des Piraten Open Airs in Grevesmühlen droht die Kreisverwaltung Nordwestmecklenburg wegen zu hoher Lärmpegel mit einem Aufführungsverbot. Sollten die Veranstalter den vorliegenden gutachterlichen Lösungsvorschlag zur Einhaltung des Lärmschutzes nicht umsetzen, bleibe die Aufführung verboten, teilte der Landkreis am Donnerstagabend mit. Versuche, im Vorfeld zu einer Verständigung zu kommen, seien erfolglos geblieben.

Laut Landratsamt hatten Messungen zu Wochenbeginn ergeben, dass bei den Explosions- und Schusseffekten die vorgegebenen Richtwerte um ein Vielfaches überschritten wurden. Schon in den Vorjahren hatten sich Anwohner immer wieder über extreme Lärmbelästigungen beschwert.

Landrat Tino Schomann (CDU) beklagte, dass die Behörden auf «große Uneinsichtigkeit» bei den Veranstaltern gestoßen seien. «Dass dies jetzt gegebenenfalls zu einer Durchsetzung des Aufführungsverbotes einen Tag vor der Premiere führt, macht auch mich traurig und ich verstehe sehr gut die Empörung, die sich jetzt bei Beschäftigten, Schauspielern und Zuschauern breitmachen wird. Aber unser Handlungsspielraum ist ausgeschöpft und die Rechtslage ist klar», betonte Schomann.

Intendat Peter Venzmer kündigte an, die Vorgaben einhalten zu wollen. «Wir haben den ganzen Tag daran gearbeitet, das Stück so anzupassen, dass es am Abend nicht zu laut wird», sagte er auf dpa-Anfrage. Nach seinen Angaben ist die Premiere mit etwa 1600 Zuschauern ausverkauft. Als Reaktion auf die wieder steigenden Corona-Infektionenszahlen habe die Theaterleitung entschieden, nur etwa die Hälfte der auf 3200 aufgestockten Zahl der Sitzplätze zu nutzen.

Auf dem Spielplan des viel besuchten Piraten-Spektakels um Kapitän Flint steht in diesem Jahr die Episode «Das Geheimnis der Galeone». Vorgesehen sind 69 Vorstellungen bis zum 10. September. Die Saison 2020 war wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Im vergangenen Jahr war sie mit 50 Vorstellungen verkürzt worden. Mit 32 000 Besuchern waren nach Angaben der Veranstalter nur halb so viele Gäste gezählt worden wie im Vor-Corona-Jahr 2019.