Landtag Mecklenburg-Vorpommern. Direkt zum Hauptinhalt dieser Seite.Zum Randinhalt dieser Seite.

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Sternsinger aus ganz M-V im Landtag zu Gast

Sternstunde im Parlament

„Wir kommen daher aus dem Morgenland. Wir kommen, geführt von Gottes Hand. Wir wünschen euch ein fröhliches Jahr – Caspar, Melchior und Balthasar!“ Unzählige Male haben die Sternsinger das Lied schon gesungen. Als sie in den ersten Januartagen mit Stern, Krone und bunten Gewändern landauf, landab von Tür zu Tür gezogen sind, Menschen zu Hause, in Altenheimen oder Krankenhäusern besuchten. Und doch ist es an diesem 9. Januar noch einmal etwas ganz Besonderes: Jetzt singen sie es im Landtag – zum ersten Mal im neuen Plenarsaal.

Caspar, Melchior und Balthasar – diese drei Namen sind wohl fast jedem aus der Weihnachtsgeschichte bekannt. Der Überlieferung nach folgten die drei Weisen aus dem Morgenland dem Stern von Bethlehem zum Stall, in dem Jesus Christus geboren wurde. Sie huldigten dem Kind mit Weihrauch, Gold und Myrrhe und trugen die frohe Botschaft seiner Geburt in die Welt hinaus. Diesem Vorbild folgend, ziehen auch in Mecklenburg-Vorpommern Anfang Januar Kinder, als Heilige Drei Könige verkleidet, von Tür zu Tür, um Häuser und Wohnungen zu segnen und um Spenden zu bitten. Sie besuchen Privatleute, soziale Einrichtungen, politische Institutionen – und werden jedes Jahr auch im Landtag empfangen.

„Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit“

Auf ihrem Weg zu den Menschen haben die Mädchen und Jungen ein schweres Thema im Gepäck: Kinderarbeit. Indien etwa, das Beispielland der diesjährigen Aktion, ist das Land mit den meisten arbeitenden Kindern weltweit. Für Not leidende Kinder wie sie wollen die Sternsinger Segen bringen und Segen sein. Auch im Schweriner Landtag. „Indem ihr über das Schicksal von Altersgefährten in Indien und in anderen Ländern sprecht und Spenden für sie sammelt, zeigt ihr Mitgefühl und Hilfsbereitschaft“, lobt Beate Schlupp, 1. Vizepräsidentin des Landtages, die Sternsingerinnen und Sternsinger im Schloss stellvertretend für alle, die bei der Aktion mitgemacht haben. Sie sei sehr froh über dieses Engagement, so Schlupp. Anstatt zu denken, „ich kann das leider auch nicht ändern und Kinder können da erst recht nicht helfen“, bewiesen die Mädchen und Jungen, dass jeder einzelne etwas bewirken könne.  

"Ihr habt eine Botschaft"

„Eure goldenen Kronen drücken aus, ihr habt eine Botschaft, die ihr in die Welt tragen wollt. Das leuchtet, das bringt Licht, das bringt Freude und Segen“, fügt Stefan Krinke, Propst der katholischen St. Anna-Gemeinde in Schwerin, hinzu. Und auch Dr. Andreas von Maltzahn, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, würdigt den Einsatz der Kinder: „All das hat etwas mit einem weiten Herz für andere Menschen zu tun!“ Er wünscht den Kindern, dass sie dieses Herz nicht verlieren, „auch wenn ihr erwachsen seid und nicht mehr so ohne weiteres Kronen tragen könnt“. 

Der Sternsinger-Empfang ist in jedem Jahr die erste große Veranstaltung im Landtag. Die Tradition, begründet vom ersten Landtagspräsidenten Rainer Prachtl, wurde von allen folgenden Parlamentspräsidenten fortgeführt. Alljährlich lädt nun Sylvia Bretschneider Sternsinger aus dem ganzen Land ein. Diesmal sind 18 Gemeinden dabei – von Torgelow ganz im Osten bis Schönberg im Westen des Landes.

Fragerunde

Nach der Begrüßung durch Beate Schlupp und die Kirchenvertreter dürfen die Sternsinger selbst ans Saalmikro treten und den anwesenden Abgeordneten und der Landtags-Vizechefin Löcher in den Bauch fragen. Waren Sie gut in der Schule? Lebten im Schloss auch Könige? Warum hat es gebrannt? Streiten sich die Politiker oft? Wieso hat der neue Plenarsaal so viele weiße Latten an der Wand? Und worüber werden die Politiker in der nächsten Landtagssitzung reden? Großes Staunen, als sie hören, dass Beate Schlupp immer einen Einser-Durchschnitt hatte, dass zum Löschen des Schlossbrandes 1913 sogar Feuerwehren aus Rostock und Hamburg anrückten, im Schloss nie Könige, sondern Herzöge lebten, die Themen der nächsten Sitzung erst noch bestimmt werden und die weißen Lamellen an der Wand nicht nur eine Frage der Optik sind, sondern auch für gute Luft und Akustik sorgen.

Parlamentsspiel

Nach der Fragerunde müssen Argumente her: Soll in Mecklenburg-Vorpommern einheitliche Schulkleidung eingeführt werden? Bei einem Parlamentsspiel schlüpfen die Kinder in die Rolle von Abgeordneten und spielen mit ausgedachten Fraktionen und kurzen Reden eine Landtagsdebatte nach. Geleitet wird die von Beate Schlupp höchstpersönlich – nach den Regeln der Geschäftsordnung. Die amtierende Präsidentin hat sich aus den Reihen der Sternsinger sogar zwei Schriftführer an ihre Seite geholt, und auch das Wasserglas für jeden Redner bringt ein Schüler. Die Mädchen und Jungen erleben, dass der Landtag der Ort ist, wo alle Argumente für und gegen einen Antrag öffentlich diskutiert werden. So kann sich jeder eine Meinung bilden, ob er für oder gegen den Antrag ist – auch die Kinder-Abgeordneten zum Thema Schulkleidung. „Wer stimmt dafür? Wer dagegen? Gibt es Stimmenthaltungen?“, fragt Vizepräsidentin Schlupp am Ende der Debatte und schaut in die Runde. Die meisten Hände gehen bei der Gegenprobe in die Höhe. „Damit ist der Antrag mehrheitlich abgelehnt.“

Bevor es nun zum Mittagessen ins Schlosscafé geht, sorgen Vivien Schlaeth und Josephine Dettmann vom Schweriner Tanzstudio Schlebusch mit einer tollen Hip Hop-Performance für einen stimmungsvollen Schlusspunkt.

Hier gibt es ein Video vom Sternsinger-Empfang 2018.

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LandtagsNachrichten

Lesen Sie mehr über den Sternsinger-Empfang in der Ausgabe 1/2018 der LandtagsNachrichten.

Aktion "Dreikönigssingen"

Die Aktion "Dreikönigssingen" ist die größte Spendenaktion von Kindern für Kinder in Deutschland. Mehr dazu lesen Sie hier.