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Herzlich willkommen auf der Internetseite des Wissenschafts- und Europaausschusses

Sehr geehrter Gast,

ich möchte Sie als Vorsitzender auf der Internetseite des Ausschusses für Wissenschaft, Kultur, Bundesangelegenheiten, Angelegenheiten der Europäischen Union und internationale Angelegenheiten (Wissenschafts- und Europaausschuss) herzlich begrüßen und freue mich über Ihr Interesse.

Auch wenn die Sitzungen des Ausschusses nicht öffentlich sind, wird der Ausschuss an dieser Stelle regelmäßig über seine Arbeit berichten und Ihnen Informationen über Beratungsgegenstände und Aktivitäten anbieten.

In der rechten Randspalte finden Sie Kontaktdaten, Informationen über die ordentlichen Ausschussmitglieder und deren Stellvertreter sowie über öffentlich zugängliche Dokumente.

Sofern Ihre Fragen mit den zur Verfügung gestellten Informationen nicht beantwortet werden konnten, bitte ich Sie, sich mit Ihren Anliegen an das Ausschusssekretariat zu wenden.

Ihr
Paul-Joachim Timm, MdL

Ausschuss für Wissenschaft, Kultur, Bundesangelegenheiten, Angelegenheiten der Europäischen Union und internationale Angelegenheiten

Wissenschafts- und Europaausschuss


Das Aufgabenspektrum des Wissenschafts- und Europaausschusses umfasst die Bereiche:

Wissenschaft,
Forschung,

Kultur,
Bundesangelegenheiten,
Angelegenheiten der Europäischen Union,
Internationale Angelegenheiten

 

Der Wissenschafts- und Europaausschuss kontrolliert, begleitet und unterstützt als korrespondierender Fachausschuss die Regierungstätigkeit des Ministeriums für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten.

 

(Hinweis: Das Fachressort wurde zu Beginn der 8. Legislaturperiode des Landtages Mecklenburg-Vorpommern mit veränderten inhaltlichen Zuständigkeiten neu strukturiert. Vor diesem Hintergrund wird der Frame schrittweise aktualisiert.)

Aktuelle Informationen

Nachstehend finden Sie die Berichterstattung über die Aktivitäten des Wissenschafts- und Europaausschusses:

Gemeinsamer Informationsbesuch des Wissenschafts- und Europaausschusses mit dem Finanzausschuss in Brüssel

Der Wissenschafts- und Europaausschuss hat vom 15.-17. November 2022 gemeinsam mit dem Finanzausschuss einen Informationsbesuch in Brüssel durchgeführt. Das Ziel der Reise bestand darin, sich mit Vertretern der Europäischen Kommission, der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Brüssel, des Europäischen Rates und des Informationsbüros des Landes Mecklenburg-Vorpommern über die neuesten Entwicklungen in den für Mecklenburg-Vorpommern wichtigsten Politikbereichen auszutauschen.

 

Gespräch mit Mitarbeitern der Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern bei der EU

Die Vertreter des Informationsbüros haben die Ausschussmitglieder über ihre Aufgaben und Arbeitsweise informiert. Dabei zeigte sich, dass die verschiedenen Landesvertretungen in Brüssel eng miteinander zusammenarbeiten, um die vielen Informationen und Unterlagen, insbesondere die umfangreichen Dossiers zu bspw. anstehenden Verordnungsentwürfen, in angemessener Zeit zu verarbeiten und aufzubereiten. Die Mitglieder der verschiedenen Landtagsausschüsse erhalten diese Berichte in Form der sogenannten „Europa-Informationen“ über den für Europaangelegenheiten federführend zuständigen Wissenschafts- und Europaausschuss. Im Rahmen der Diskussion zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR), welcher jeweils für sieben Jahre verabschiedet wird und aktuell bis zum Jahr 2027 läuft, wurde unter anderem auch berichtet, dass Mecklenburg-Vorpommern von 1990 bis 2020 circa 10 Milliarden Euro an EU-Mitteln erhalten hat, die etwa in Brücken und Radwege geflossen sind.
 

Gespräch mit einem Vertreter aus dem Europäischen Ausschuss der Regionen (AdR)

In einem weiteren Gespräch trafen sich die Ausschussmitglieder mit einem Vertreter des AdR, um mit diesem über die Finanzen der EU und die Zukunft der Kohäsionspolitik der EU zu sprechen. Dabei wurde seitens des Vertreters des AdR erläutert, dass die Kohäsionspolitik aus zwei Gründen unter Druck stehe. Zum einen gibt es einige Mitgliedstaaten, die dafür plädieren, dass die Mittel der EU vermehrt in andere Bereiche investiert werden sollten. Zum anderen wird die Kohäsionspolitik von den aktuellen Krisen überlagert, wie den Folgen der Corona-Pandemie, des Krieges in der Ukraine und der anhaltenden Energiekrise, für die ebenfalls beträchtliche Mittel aus dem EU-Haushalt benötigt werden.

Gespräch mit einer Vertreterin der Europäischen Kommission

Im Anschluss gab eine Vertreterin der Europäischen Kommission aus der Generaldirektion für Bildung, Jugend, Sport und Kultur den Landtagsabgeordneten einen Überblick über das einzige nur für Kultur zuständige Programm „Kreatives Europa“ (2021-2027). Mit einem Gesamtbudget von 2,442 Mrd. Euro wird das Programm von der Europäischen Kommission und der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur durchgeführt. Es teilt sich in drei Säulen. Das Teilprogramm Kultur, das europäische Kooperationen in allen Kultur- und Kreativsektoren fördert, das Teilprogramm Media, welches Projekte im Film-, Serien- und Gamingbereich unterstützt sowie der Cross-Sector Bereich, in dem besonders innovative Digitalprojekte gefördert werden und ein neuer Fokus auf journalistische Kooperationen liegt. Die Förderbereiche sind europäische Kooperationsprojekte, europäische Netzwerke, europäische Plattformen und Literaturübersetzungen. Das Programm soll die kulturelle Vielfalt stärken und auf die Bedürfnisse und Herausforderungen des Kultur- und Kreativsektors eingehen, um so digitaler, grüner, widerstandsfähiger und inklusiver zu werden.

Gespräch mit Vertretern des Rates der EU

Über die vorgenannten Gesprächstermine hinaus hatten die Ausschussmitglieder auch die Möglichkeit für einen Austausch mit zwei Vertretern vom Rat der EU. Zunächst informierte ein Vertreter aus dem Bereich „Wirtschaftspolitik und Finanzdienstleistungen“ über die Arbeit des Rates bei Gesetzgebungsvorhaben der EU – mithin bei entsprechenden Gesetzesentwürfen der Europäischen Kommission. Des Weiteren wurden die verschiedenen Abstimmungsverfahren und die unterschiedlichen Mehrheitserfordernisse erläutert. Neben der einfachen Mehrheit bei Verfahrensfragen sowie der erforderlichen Einstimmigkeit, etwa bei der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, war das System der sogenannten „doppelten Mehrheit“ von besonderem Interesse. Diese qualifizierte Mehrheit setzt voraus, dass einerseits mindestens 55 Prozent der Mitgliedstaaten und andererseits mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung (vertreten durch die Mitgliedstaaten) zugestimmt haben. Darüber hinaus wurde die ursprünglich geplante Mindestbesteuerung von Unternehmen thematisiert, zu der es bisher auf EU-Ebene noch nicht gekommen ist.

Mit einem zweiten Vertreter, welcher Berater der Direktion „Wettbewerbsfähigkeit, Industrie, Forschung und Weltraum“ war, konnten die Abgeordneten zum Thema „Forschung als Faktor der Wettbewerbsfähigkeit“ ins Gespräch kommen. Dabei wurde auch anhand der Entwicklung des finanziellen Rahmens der Forschungsprogramme der EU deutlich, wie sehr der Stellenwert der Forschung auf der EU-Ebene über die Jahre angewachsen ist. Während das 1. Forschungsprogramm (1984 bis 1987) noch ein Volumen von 3,3 Milliarden Euro hatte, sind es im Programm „Horizont Europa“ (2021 bis 2027) bereits 95,5 Milliarden Euro. Zudem war von Interesse, dass 20 Prozent aller weltweiten Forschungsergebnisse aus der EU kommen. Allerdings wurden auch die Schwächen dargelegt, die etwa in der künstlichen Intelligenz, der Cybersicherheit oder der Mikrotechnologie liegen, wo die EU im weltweiten Vergleich zurückgefallen ist. Früher wurden beispielsweise 30 Prozent aller Halbleiter in der EU produziert, heute sind es nicht mal mehr 10 Prozent.

Gespräch mit Vertretern der Europäischen Kommission

Der Vertreter aus der Generaldirektion für Wirtschaft und Finanzen stellte das Motto der EU „In Vielfalt geeint“ in den Vordergrund und erläuterte, dass dies sowohl die Vielfalt der Mitgliedsländer an sich als auch die kulturelle Vielfalt der Mitglieder umfasst. Es gibt 24 Amtssprachen in der EU, in die, etwa bei Sitzungen der Kommission oder des Europäischen Parlaments, fortlaufend simultan übersetzt wird. Beschlussvorlagen für die Kommission müssen zudem mindestens auf Englisch, Französisch oder Deutsch eingereicht werden. Im Rahmen der Diskussion wurde auch auf die Europäische Zentralbank (EZB) eingegangen, deren Mandat in der „Sicherung der Preisstabilität“ besteht. Die EZB kontrolliert die Geldmenge, legt die Zinssätze fest und überwacht, ob die Banken am Markt sicher sind. Dabei arbeitet die EZB unabhängig von den Regierungen der Mitgliedsstaaten entsprechend dem ihr erteilten Mandat.

Die Vertreterin der Generaldirektion „Justiz und Verbraucher“ ist mit den Abgeordneten zur EU-Rechtsstaatspolitik ins Gespräch gekommen. Dabei wurde eingangs betont, dass die Rechtsstaatlichkeit als einer der Grundwerte der EU im EU-Vertrag festgeschrieben ist. Letztlich gewährt nur die Rechtsstaatlichkeit die Einhaltung der Rechte und Pflichten aus den EU-Verträgen und damit letztlich auch die europäischen Grundrechte. Dabei stellt der Rechtsstaat auf die folgenden Grundprinzipen ab: Rechtssicherheit, Gewaltenteilung, Gleichheit vor dem Recht, Legalitätsprinzip und effektiver Rechtsschutz vor unabhängigen Gerichten. Die Europäische Kommission kann einerseits den Rechtsstaat fördern und präventiv agieren oder andererseits bei festgestellten Verstößen gegen das Rechtsstaatsprinzip auch entsprechend reagieren. Als die Hüterin der Verträge der EU ist die Europäische Kommission bei entsprechenden Verletzungen zudem zum Handeln verpflichtet. Hier kommt etwa die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen einen Mitgliedstaat in Betracht. Im Rahmen der Förderung der Rechtsstaatlichkeit hat die Europäische Kommission beispielsweise das Instrument des „Europäischen Semesters“, welches den jährlichen Zyklus der EU zur Koordinierung der Wirtschaftspolitik darstellt. Hier kann der Rat sogenannte länderspezifische Empfehlungen erteilen, die auch auf die Verbesserung der Qualität, der Unabhängigkeit und der Effizienz der Justizsysteme der Mitgliedstaaten abstellen können.

Gespräch mit einem Vertreter der Europäischen Kommission zu Forschung und Innovation

Zum Abschluss der Informationsreise führten die Mitglieder des Wissenschafts- und Europaausschusses ein Gespräch mit einem Vertreter der Generaldirektion „Forschung und Innovation“ (FuI) und informierten sich über das Programm Horizont Europa (2021-2027). Mit einem Budget von 95,5 Mrd. Euro ist es das wichtigste Förderprogramm der EU für FuI und hat u.a. die Bekämpfung des Klimawandels, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und des Wachstums der EU aber auch die Schaffung von mehr und besseren Arbeitsplätzen als Ziel. Das Programm richtet sich ausschließlich auf zivile Anwendungen und stützt sich auf die drei Pfeiler Wissenschaftsexzellenz, Globale Herausforderungen und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas sowie Innovatives Europa. Diese sollen anhand missionsorientierter FuI-Politik erreicht werden.

Gespräch mit Vertretern der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU

Am letzten Tag der Informationsfahrt führte der Finanzausschuss Gespräche mit Vertretern der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU in Brüssel (StäV). Die Ausschussmitglieder wurden durch die Leiterin der Finanzabteilung zunächst über die Struktur und anschließend über die Arbeitsweise der StäV informiert. Dabei besteht die Hauptaufgabe der StäV in der Begleitung der Sitzungen des Ministerrates sowie der verschiedenen Arbeitskreise im Rahmen der Gesetzgebung auf europäischer Ebene.

Expertengespräch zum Gutachten „UnimedMV 2030“

Während seiner 16. Sitzung am 22. September 2022 hat sich der Wissenschafts- und Europaausschuss im Rahmen eines nichtöffentlichen Expertengesprächs über das im Juni 2022 abgeschlossene Gutachten „UnimedMV 2030“ informieren lassen.

Den Ausschussmitgliedern wurde dargelegt, dass die Landesregierung 2020 eine unabhängige Gutachterkommission unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Heyo Kroemer von der Charité in Berlin sowie von Prof. Dr. Thomas Lenarz von der Medizinischen Hochschule Hannover damit beauftragt habe, eine Bestandsaufnahme der Universitätsmedizinen in Rostock und Greifswald zu erstellen, um strategische Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung beider Standorte bis zum Jahr 2030 abzuleiten.

Als Vorsitzender der Gutachterkommission hat Prof. Dr. Kroemer einleitend festgestellt, dass beide Standorte großes Potential für eine erfolgreiche Zukunft hätten. Allerdings seien zeitnahe strukturelle Veränderungen notwendig, um beide Universitätsmedizinen zu stärken. Der bereits geschlossene Langzeitkooperationsvertrag zwischen den Häusern werde von den Gutachtern als wegweisendes Instrument bewertet.

Seitens der Experten wurde besonders begrüßt, dass sich die Landesregierung zu beiden Standorten bekenne und im Koalitionsvertrag verankert sei, die Entwicklung der Unimedizinen zu kooperativen Zentren der Spitzenforschung bis 2030 mit einem „Zukunftspakt Unimedizin MV“zu unterstützen.  Im Ergebnis seien von den Sachverständigen 20 konkrete Empfehlungen für die Bereiche Krankenversorgung und Versorgungsplanung, Forschung und Lehre, Bau und Infrastruktur sowie zur Digitalisierung und Fachkräftesicherung erarbeitet worden.

Eine der zentralen Empfehlungen der Gutachter für den Standort Rostock sei die Fusion der Unimedizin mit dem städtischen Südstadtklinikum. Denn die Konkurrenz der beiden Häuser in öffentlicher Trägerschaft und mit finanzieller Unterstützung des Landes sei weder wirtschaftlich noch ließen sich positive Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung sowie die medizinische Forschung erkennen. Den Gutachtern zufolge könnten mit der Fusion auch bereits langjährige Probleme, v. a. in der Kinder- und Jugendmedizin, gelöst werden.

Des Weiteren rieten die Experten dazu, dass das Herzzentrum Karlsburg und die Kardiologie der Unimedizin Greifswald eine dauerhafte, strategische Partnerschaft eingingen. Beide Häuser hätten einen hervorragenden Ruf und könnten im Rahmen einer engeren Zusammenarbeit die herzmedizinische Forschung in der Region bestmöglich aufstellen.

Dringenden Handlungsbedarf werde auch in Bezug auf die Fachkräftesicherung gesehen. Die Kommission empfehle, an beiden Standorten die Gründung einer gemeinsamen Akademie für Pflege- und Gesundheitsberufe zu unterstützen. Diese sollen zu Ankerpunkten mit Exzellenzanspruch für die langfristige Nachwuchskräftesicherung sowie die Fort- und Weiterbildung für das gesamte Land entwickelt werden.

Auch im Bereich Forschung und Lehre bestünden laut der Gutachterkommission an den Universitätsmedizinen Greifswald und Rostock gute Voraussetzungen, um bis 2030 deutliche Akzente in der Forschung zu setzen. Im Interesse einer nachhaltigen Zukunftsperspektive werde dem Land u. a. empfohlen, eine Forschungsexzellenzoffensive für beide Standorte mit einer Förderperiode bis zum Jahr 2030 zu unterstützen.

Die Empfehlungen der Gutachter würden gegenwärtig von den zuständigen Fachressorts geprüft.

Für Interessierte sei es möglich, das Gutachten über die Pressestelle des Ministeriums zu erhalten.

Wissenschafts- und Europaausschuss nimmt Arbeit auf

Mit seiner 2. Sitzung am 20. Januar 2021 hatte der Ausschuss seine reguläre Facharbeit aufgenommen. Ministerin Martin erläuterte dem Ausschuss eingangs die neue Organisationsstruktur ihres Fachressorts sowie die Arbeitsschwerpunkte für das Jahr 2022. Weiterhin wurden die Ausschussmitglieder über die „Umsetzung der standortübergreifenden Ingenieurausbildung in den Bereichen Bauen, Landschaft und Umwelt (BLU-Konzept)“ von der Landesregierung unterrichtet. Abschließend informierte der Leiter der Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern bei der Europäischen Union (MV-Office) den Ausschuss über deren Struktur und Aufgaben sowie über aktuelle europäische Themen mit Landesbezug.

Organisationsstruktur
Das neue Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten vereint vielfältige Aufgabenbereiche unter seinem Dach. Neben den Fachabteilungen für Europa- und Kirchenangelegenheiten sowie Glaubensgemeinschaften, für Wissenschaf, Forschung und Hochschulen sowie für Kultur sind auch die Landeszentrale für politische Bildung und die Vertretungen des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Bund und bei der Europäischen Union diesem Ministerium neu zugeordnet worden. Unabhängig von der eigentlichen Struktur des Hauses sind auch die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung des SED-Diktatur sowie der/die Beauftragte für jüdisches Leben in Mecklenburg-Vorpommern hier angesiedelt.

Arbeitsschwerpunkte
Hinsichtlich der für das Jahr 2022 vorgesehenen Arbeitsschwerpunkte erläuterte Ministerin Martin, dass hier zunächst der Fokus auf den aktuellen sowie den langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie liegt, insb. im Bereich der Kultur und der Hochschulen. Innerhalb der nächsten Wochen werde zudem die Verhandlung über den Haushalt für die Jahre 2022 und 2023 die Arbeit im Ministerium prägen. Für den Bereich Wissenschaft, Forschung und Hochschulen stehe unter anderem die Novellierung des Landesgraduiertenförderungsgesetzes sowie die Erarbeitung einer Wissenschafts- und Forschungsstrategie auf der Tagesordnung. Darüber hinaus solle die Digitalisierung an den Hochschulen weiter vorangebracht werden. In Kooperation mit anderen Ministerien würden zudem erste Abstimmungen für die im Koalitionsvertrag vorgesehene große Reform der Lehrerausbildung vorgenommen.

Im Kulturbereich stehe eine Novellierung des Denkmalschutzgesetzes an. Außerdem sollten die Kulturförderrichtlinien neu gefasst werden sowie die kulturpolitischen Leitlinien schrittweise umgesetzt werden. Dies solle unter der Mitwirkung der Kulturschaffenden im Land geschehen. Schließlich sei auch die Weiterentwicklung und Fortführung des Heimatprogramms geplant, ebenso wie die Fortführung der Begleitung des Welterbeantrages der Stadt Schwerin für das Residenzensemble. Die Landeszentrale für politische Bildung werde im Jahr 2022 zu den Schwerpunkten Antisemitismus und Gedenkstätten arbeiten. Parallel dazu werde auch die Demokratiebildung im Land fortgesetzt, insb. im Hinblick auf Europa mit dem Schwerpunkt des europäischen Jahrs der Jugend 2022.

Zukünftige Bauingenieurs- und Ingenieursausbildung – BLU-Konzept
Nach Auskunft des Ministeriums befinde sich das BLU-Konzept auf einem guten Weg. Seit dem letzten Jahresbericht zu diesem Thema habe man eine gemeinsame Teilzielvereinbarung mit den drei beteiligten Hochschulen Wismar, Rostock und Neubrandenburg erarbeiten und unterzeichnen können. Zudem seien Kooperationsverträge zwischen den Hochschulen geschlossen worden. Zum Wintersemester 2021/22 sei der Start der Bachelor-Studiengänge planmäßig erfolgt. Die Akkreditierung der Studiengänge in Wismar und Neubrandenburg stehe jedoch noch aus, hingegen sei in Rostock der Studiengang bereits durch das zuständige Ministerium genehmigt worden. Darüber hinaus informierte das Ministerium, dass für den Standort Rostock derzeit noch ein Konzept für die erforderlichen Baumaßnahmen erarbeitet werde. Auch die technische Ausstattung der Gebäude befinde sich momentan noch in der Planung.

Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern bei der Europäischen Union
Der Leiter der Landesvertretung in Brüssel stellte dem Ausschuss erstmalig die Arbeit und Aufgabenschwerpunkte des MV-Office in Brüssel vor. Zum einen liefere die Landesvertretung regelmäßig Informationen zu aktuellen europapolitischen Themen, sowohl für die Landesregierung, als auch für weitere Akteure, wie bspw. aus der Wirtschaft. Darüber hinaus stelle das Büro den Kontakt zu den europäischen Institutionen her und fungiere damit als zentraler europäischer Netzwerkknoten für das Land. Auch werbe man als Repräsentant für die Belange des Landes Mecklenburg-Vorpommern an einer zentralen europäischen Schnittstelle. Wesentliche ausschussrelevante Themen der Europäischen Union seien derzeit die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), das „Fit-for-55“-Paket (Reform der europäischen Klimaschutzpolitik, um die schrittweise Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2030 – 55 % gegenüber 1990 – zu erreichen) sowie eine engere Kooperation der Ostseeanrainerstaaten. Abschließend hatte sich der neue Ausschuss darauf verständigt, im Sommer oder Herbst dieses Jahres die Landesvertretung in Brüssel zu besuchen, um die fachpolitischen Kontakte zu vertiefen, sofern die Corona-Situation dies zulasse.

Konstituierung des Wissenschafts- und Europaausschusses

Mit der Annahme eines Antrages der Fraktionen der SPD und DIE LINKE zur Einsetzung von Ausschüssen (Drs. 8/42) hat der Landtag während seiner 2. Sitzung am 15. November 2021 der Gründung eines Ausschusses für Wissenschaft, Kultur, Bundesangelegenheiten, Angelegenheiten der Europäischen Union und internationale Angelegenheiten (Wissenschafts- und Europaausschuss) zugestimmt.

Dieser Ausschuss hat im Zuge seiner ersten und konstituierenden Sitzung am 2. Dezember 2021 seine Arbeit aufgenommen.

Die Konstituierung erfolgte durch Landtagspräsidentin Birgit Hesse (SPD). Abg. Paul-Joachim Timm (AfD) wurde zum Vorsitzenden, Abg. Beatrix Hegenkötter (SPD) zur stellvertretenden Vorsitzenden bestimmt.

Neben der Konstituierung hat der Ausschuss eine Reihe von organisatorischen und strukturellen Festlegungen für seine zukünftige Arbeit getroffen. 

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Ausschuss

Kontakt

Ausschuss für Wissenschaft, Kultur, Bundesangelegenheiten, Angelegenheiten der Europäischen Union und internationale Angelegenheiten

Lennéstraße 1

19053 Schwerin

 

 

Telefon:  +49 (0)385 525-1580

Telefax:  +49 (0)385 525-1585

pa8mail@landtag-mv.de

 

Referatsleiter:

Gerald Gutzeit

 

Referentin:

Daniela Kramp-Koch

 

Bürosachbearbeiterin:

Romy Wolf