35 Jahre Besucherdienst im Landtag Mecklenburg-Vorpommern
Seit 35 Jahren ermöglicht der Besucherdienst des Landtages Mecklenburg-Vorpommern Einblicke in die parlamentarische Arbeit im Schweriner Schloss. Die Entwicklung der Besucherzahlen zeigt: Das Interesse ist kontinuierlich hoch. In der 8. Wahlperiode hat der Besucherdienst des Landtages so viele Besucherinnen und Besucher empfangen wie noch nie zuvor.
Gründung und die 1990er Jahre
Die Anfänge des Besucherdienstes reichen in die frühen 1990er-Jahre zurück. Nach dessen Gründung im März 1991 war vieles noch provisorisch organisiert. Besuchergruppen nahmen auf geliehenen Museumsstühlen im Flur Platz, während aus dem alten Festsaal die Proben der Schweriner Philharmoniker zu hören waren. Ein eigener Besucherbereich existierte zunächst nicht. Die Vermittlung der parlamentarischen Arbeit lag in den Händen einzelner Kollegen.
Bereits 1991 nutzten 84 Gruppen das Angebot. In den folgenden Jahren stieg die Nachfrage deutlich an. Ende der 1990er-Jahre waren es bereits 393 Gruppen im Jahr. Mit dem Ausbau der Parlamentsausstattung entstanden auch die räumlichen Voraussetzungen für eine dauerhafte Besucherarbeit. 1996 wurde im ehemaligen großherzoglichen Pferdestall des Schlosses ein moderner Besucherbereich eingerichtet.
Entwicklungen in den 2000er Jahren
Inhaltlich haben sich die Formate seitdem etabliert: Einführungen in die Parlamentsarbeit, Gespräche mit Abgeordneten sowie Besuche von Plenarsitzungen bilden bis heute den Kern des Programms. Besonderes Highlight für alle Gäste war und ist stets das Erleben des Plenarsaals. Stark nachgefragt sind Termine an Sitzungstagen, an denen Besucherinnen und Besucher die parlamentarischen Beratungen unmittelbar verfolgen können.
Auch die Zusammensetzung der Besuchergruppen hat sich im Laufe der Zeit verändert. Während in den frühen Jahren viele Gäste aus den alten Bundesländern kamen, die sich für die Entwicklung von Mecklenburg-Vorpommern interessierten, stellen heute vor allem Schulklassen, Auszubildende, Studierende sowie Vereine, Verbände und Institutionen aus dem Land den größten Anteil. Der Besuch des Landtages ist für viele von ihnen Teil politischer Bildungsangebote.
Anstieg der Besucherzahlen seit 2021
Der Aufwärtstrend wurde durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 unterbrochen, als deutlich weniger Gruppen empfangen werden konnten. Seit 2022 steigen die Besucherzahlen wieder kontinuierlich. Mit rund 16.300 Besucherinnen und Besuchern bzw. 547 Gruppen im Jahr 2025 wurde ein neuer Höchstwert erreicht. In der 8. Wahlperiode wurden bislang mehr als 54.000 Besucherinnen und Besucher gezählt. Insgesamt haben seit 1991 304.015 Personen in 10.469 Besuchergruppen den Landtag Mecklenburg-Vorpommern besucht (Stand: März 2026).
Hintergrund
Das Programm des Besucherdienstes ist ein zentrales Angebot des Landtages zur politischen Bildung. Es ermöglicht direkte Einblicke in die parlamentarische Arbeit und trägt dazu bei, demokratische Prozesse nachvollziehbar zu machen.
Zum Archiv-Interview mit der ehemaligen Referatsleiterin Ursula Lehmkuhl (PDF - 2,0 MB)