Das fünfte von der Enquete-Kommission „Jung sein in M-V“ in Auftrag gegebene Gutachten beschäftigt sich mit einer kinder- und jugendgerechten Infrastruktur. In dem Gutachten des Deutschen Jugendinstituts wird die Lage von Kindern und Jugendlichen in Hinsicht auf ihre Lebenswelten analysiert und hierzu Empfehlungen gegeben.
So hat Mecklenburg-Vorpommern besonders in der Altersgruppe der über 18-Jährigen ein massives Abwanderungsproblem, da es hier zu wenig Zukunftschancen bietet. Attraktiv wird das Land hingegen für Menschen, die nach Ausbildung und Berufseinstieg in eine stabilere Lebensphase eintreten und eine Familie gründen wollen oder dann mit Kindern wieder zurückkommen. Ein anderes Beispielthema sind Mobilitätshürden, die u.a. schlechtere Teilhabe-Möglichkeiten nach sich ziehen. Hier schlagen die Gutachterinnen und Gutachter vergünstigte Tickets, ähnlich dem Seniorenticket für alle und eine elternunabhängige Mobilitätsstruktur vor. Eine weitere Anregung betrifft die Schaffung „Dritter Orte“ als innovative soziale und kulturelle Knotenpunkte, die Gemeinschaft, Bildung und kulturelle Teilhabe fördern. Unter dritten Orten versteht man Plätze außerhalb der Wohnung oder des Ausbildungs- bzw. Arbeitsortes, in denen sich „junge Menschen […] ausprobieren, engagieren und als Teil der intergenerationellen, örtlichen Gemeinschaft erfahren können“. Hier setzt auch die Stärkung demokratischer Strukturen an, so die Autoren des Gutachtens.
Das Gutachten des Autorenteams Tobias Roscher, Karin Böllert, Jens Pothmann, Bernd Holthusen und Mike Seckinger wird in der kommenden Sitzung am 23. Januar vorgestellt und veröffentlicht. Ebenfalls zu dieser Sitzung eingeladen sind Frau Professorin Dr. Katharina Spieß, die Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung und der bekannte Soziologe Professor Dr. Aladin El-Mafaalani. Sie runden mit Expertengesprächen die Informationssammlung der Kommission ab.
„Nun kommt es darauf an, die Erkenntnisse in die Form eines Abschlussberichtes zu gießen und natürlich zukunftsweisende aber auch pragmatische Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Die nächsten Wochen werden spannend, um dann dem neuen Landtag Ideen mitzugeben.“ So der Vorsitzender der Kommission, Christian Winter von der SPD-Landtagsfraktion.
Die Enquete-Kommission wurde in der 8. Legislaturperiode eingesetzt, um Rahmenbedingungen zu analysieren, Ziele zu formulieren und Maßnahmen zu empfehlen, die geeignet sind, strukturelle Defizite aus der Perspektive der Chancengleichheit für junge Menschen in allen Regionen des Landes zu beseitigen. Daran arbeiten 25 Mitglieder der Kommission, 12 davon als nichtparlamentarische Mitglieder seit Januar 2022. Es wurden dafür in über 50 Sitzungen über 300 Sachverständige angehört und ein eigener Beteiligungsprozess für junge Menschen durchgeführt.
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verantwortlich: LSG/SG1/DL/21. Januar 2026
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