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Starke Stimmen für ein Kinder- und Jugendfreundliches MV

© Landtag MV

Am 23. Januar 2026 hat die 51. Sitzung der Enquete-Kommission Jung sein in MV mit einer Gutachtenvorstellung des Deutschen Jugendinstituts e.V. von Prof. Dr. Karin Böllert und Professor Dr. Jens Pothmann und zwei Expert:innengesprächen stattgefunden. Diese Beiträge waren die letzten inhaltlichen Impulse für die Enquete-Kommission, bevor nun der Schlussspurt in Richtung Abschlussbericht ansteht. 

Die wichtigsten Aussagen und Erkenntnisse der Gutachtenvorstellung, den Beitrag von Professorin Dr. Katharina Spieß, Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, und Professor Dr. Aladin El-Mafaalani, Professor für Migrations- und Bildungssoziologie an der Technischen Universität Dortmund, haben wir hier zusammengefasst.

DJI Gutachtenvorstellung

  • MV hat trotz negativem demographischem Trend eine beachtliche Zuwanderung in der Altersgruppe 0 bis 39 Jahre
  • kinder- und jugendgerechte Infrastruktur kann ein Attraktivitätsmoment für MV sein
  • In MV lebt jeder 6. Mensch in Armut, besondere Armutserfahrungen erleben insbesondere Kinder. Kürzungen am Sozialstaat treffen Menschen in MV besonders
  • Jugendhilfe und Schule passen bisher nicht zusammen, müssen aber zusammen gedacht werden

Prof. Dr. Katharina Spieß

  • MV kann kinderfreundlichstes Bundesland werden, wenn Investitionen trotz Geburtenrückgang nicht zurückgefahren werden, sondern für die Qualität von Betreuung und Kinder- und Jugendhilfe genutzt wird
  • Familienzentren als wichtiges Konzept, Kindertageseinrichtungen/ Grundschulen werden dabei zu Zentren für Familienbildung
  • Rendite in frühkindliche Bildung zahlt sich aus, vor allem bei armutsgefährdeten/ benachteiligten Familien
  • Keine Förderpolitik mit „der Gießkanne“, sondern gezielt, wo sie gebraucht wird

Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani

  • Jugend ist in einer Minderheitsposition
  • Kinder treffen auf eine Stimmung der Hoffnungslosigkeit, brauchen aber ein Klima der Zuversicht
  • Jungen und Mädchen entwickeln sich unterschiedlich. Junge Frauen werden tendenziell moderner, Junge Männer wenden sich konservativen Werten zu
  • Kinderrechte nicht normativ, sondern funktional denken. Sie sind Notwendigkeit in einer alternden Gesellschaft
  • Gefahren der Digitalisierung erkennen und mit attraktiven analogen Angeboten gegensteuern

Allen war wichtig: 

  • Es sind mehr Daten erforderlich, u.a. werden vorgeschlagen: Ein Bildungsverlaufsregister, Befragungen der Kinder und Jugendlichen und ein Kinder- und Jugendbericht
  • Mehr Räume zur selbstbestimmten Nutzung, dritte Orte zur sozialen Begegnung notwendig
  • Mehr echte Partizipation

Die vollständigen Vorträge sind in Kürze dem Protokoll der Sitzung zu entnehmen. Die nächste Sitzung der Enquete-Kommission am 13. März 2026 wird die Präsentation des Kinder- und Jugendgutachtens beinhalten.

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