Neuer Weg in Neubrandenburg erinnert an den ehemaligen Landtagspräsidenten Rainer Prachtl
Am Donnerstag, dem 9. April 2026, haben die Vizepräsidentinnen des Landtages Mecklenburg-Vorpommern, Beate Schlupp und Elke-Annette Schmidt, die feierliche Widmung des Rainer-Prachtl-Weges in Neubrandenburg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) begleitet.
Der Fußweg am Tollensesee im Stadtteil Broda erinnert künftig an den ehemaligen Landtagspräsidenten und gebürtigen Neubrandenburger Rainer Prachtl. Die Benennung geht auf eine Entscheidung der Stadt Neubrandenburg vom 5. Juni 2025 zurück und würdigt sein langjähriges Engagement für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Gemeinwohl.
Wirken als Landtagspräsident
Rainer Prachtl war der erste Präsident des Landtages Mecklenburg-Vorpommern. 1990 wurde er im Alter von 40 Jahren Mitglied des Landtages Mecklenburg-Vorpommern und in der konstituierenden Sitzung am 26. Oktober 1990 gewählt. Er erhielt 54 von damals 66 abgegebenen Stimmen. Dieses Amt übte er über zwei Wahlperioden bis Oktober 1998 aus.
In seiner Funktion als Landtagspräsident prägte er die politische Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns nach der Wiedervereinigung. Von 1991 bis 1993 war er neben seinem Amt als Landtagspräsident Vorsitzender der Verfassungskommission und wirkte an der Erarbeitung des Entwurfs der Landesverfassung mit. Der Entwurf wurde im Mai 1993 vom Landtag angenommen; im November 1994 trat die Verfassung in Kraft. Zudem trug er wesentlich dazu bei, dass das Schweriner Schloss Sitz des Landtages wurde, was heute in Artikel 20 Absatz 3 der Landesverfassung verankert ist.
In der zweiten Wahlperiode übernahm Prachtl den Vorsitz der Enquete-Kommission „Leben in der DDR, Leben nach 1989 – Aufarbeitung und Versöhnung“, die sich mit den Erfahrungen in der DDR und den Folgen der Wiedervereinigung befasste. Von 2002 bis 2003 leitete er den Petitionsausschuss und setzte sich für die Belange der Bürgerinnen und Bürger ein.
Auch über seine parlamentarische Tätigkeit hinaus engagierte sich Rainer Prachtl in seiner Heimatstadt Neubrandenburg. Bis zu seinem Tod war er Vorsitzender des Dreikönigsvereins, der Menschen in der letzten Lebensphase begleitet sowie verschiedene soziale Projekte in der Region unterstützt.
Hintergrund
Rainer Prachtl verstarb am 12. Oktober 2024 im Alter von 74 Jahren in Neubrandenburg. Am 12. November 2024 fand in der Schweriner Schlosskirche ein Trauerstaatsakt statt: Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft erinnerten an sein politisches Wirken und seinen Einsatz für das Gemeinwohl. Die Widmung des Weges beschloss die Stadtvertretung Neubrandenburg am 5. Juni 2025 einstimmig.
Zum Artikel “Landtagspräsidentin Birgit Hesse: Landtag trauert um Rainer Prachtl”